Die NASA hat die Überwachung des interstellaren Kometen 3I/ATLAS, der am 1. Juli 2025 vom ATLAS-Teleskop in Chile entdeckt wurde, aufgrund seiner hyperbolischen Umlaufbahn und ungewöhnlichen chemischen Zusammensetzung intensiviert. Das Objekt, das am 29. Oktober 2025, 210 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, sein Perihel erreichte, weist eine Koma mit achtmal mehr Kohlendioxid (CO₂) als Wasser auf, etwas, das bei Kometen noch nie beobachtet wurde. Das International Asteroid Warning Network (IAWN) organisiert vom 27. November 2025 bis 27. Januar 2026 ein globales Training zur Verfeinerung von Orbitalmessungen. Die hohe Geschwindigkeit von über 210.000 km/h und die schwankende Helligkeit erschweren Vorhersagen.
- Interstellarer Ursprung durch hyperbolische Umlaufbahn bestätigt.
- Der Kerndurchmesser wird auf 320 Meter bis 5,6 Kilometer geschätzt.
- Über 7 Milliarden Jahre alt, älter als das Sonnensystem.
- Beobachtungen mit dem James Webb Telescope zeigen eine atypische chemische Zusammensetzung.
Chemische Zusammensetzung überrascht Astronomen
Das James Webb-Weltraumteleskop (JWST) identifizierte eine Koma, die von Kohlendioxid dominiert wird und deren Anteile achtmal größer sind als der von Wasser, was traditionelle Kometenmodelle in Frage stellt. Diese Zusammensetzung lässt auf eine Entstehung in kalten Regionen schließen, möglicherweise jenseits der CO₂-Frostgrenze in fernen Sternensystemen.
Das geringe Vorhandensein von Wasser in Kombination mit Hydroxyl (OH)-Emissionen 450 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt deutet auf eine intensive chemische Aktivität hin, selbst in großen Entfernungen. Daten vom Swift-Teleskop der NASA, überprüfenunterstützen den Wasserabbau, das Überwiegen von CO₂ bleibt jedoch ungewöhnlich.

Hyperbolische Flugbahn und Tracking-Herausforderungen
Die hyperbolische Umlaufbahn von 3I/ATLAS mit einer Exzentrizität über 6 bestätigt, dass der Komet nicht von der Sonne eingefangen wird und das Sonnensystem im Jahr 2026 verlassen wird. Am 3. Oktober 2025 passierte er 28 Millionen Kilometer vom Mars und wird sich im März 2026 dem Jupiter nähern.
Das Objekt erreichte nach dem Perihel eine Geschwindigkeit von 244.000 km/h, was genaue Orbitalberechnungen schwierig machte. IAWN koordiniert Teleskope in Hawaii, Chile und Australien, um Tracking-Algorithmen zu kalibrieren.
Partikelstrahlen, die auf die Sonne gerichtet sind und einen Anti-Sonnenschweif bilden, verzerren das Helligkeitszentrum und führen zu Messfehlern von bis zu 20 %. Die globale Kampagne zielt darauf ab, diese Unsicherheiten zu verringern.
Hubble- und James-Webb-Teleskope haben Bilder aufgenommen, die die Koma und einen 56.000 Kilometer langen Staubschweif beschreiben, der im August 2025 beobachtet wurde.
Möglicher außerirdischer Ursprung löst Debatte aus
Eine vom Harvard-Astrophysiker Avi Loeb geleitete Studie legt nahe, dass 3I/ATLAS aufgrund seiner retrograden Umlaufbahn und atypischen Zusammensetzung ein außerirdisches Artefakt sein könnte. Das NilpferdObwohl umstritten, basiert diese These auf der Orbitalsynchronisation mit Planeten und dem Fehlen typischer Kometengase.
Die wissenschaftliche Gemeinschaft konzentriert sich jedoch auf den natürlichen Ursprung des Kometen, der auf ein Alter von mehr als 7 Milliarden Jahren geschätzt wird. Die bis Januar 2026 gesammelten Daten werden für die Klärung ihrer Entstehung von entscheidender Bedeutung sein.
Intensivierte globale Überwachung
IAWN führt mit Unterstützung der UN eine beispiellose Übung mit einem interstellaren Objekt durch und integriert dabei Daten von bodengestützten und Weltraumteleskopen. Die Juice-Sonde der ESA wird den Kometen im November 2025 aus einer Entfernung von 64 Millionen Kilometern beobachten.
Der Komet und die Entstehung des Universums
3I/ATLAS, der dritte bestätigte interstellare Stern nach ‘Oumuamua und 2I/Borisov, bietet Hinweise auf die Entstehung entfernter Planetensysteme. Seine an CO₂ und Organohalogenen reiche Zusammensetzung lässt auf chemische Prozesse in kalten Regionen des Kosmos schließen. Das mit Nickel verbundene Fehlen von Eisen stellt traditionelle Modelle in Frage und unterstreicht die Bedeutung einer kontinuierlichen Überwachung. Die Analyse seiner Flugbahn und Chemie kann das Wissen über das Uruniversum vor dem Sonnensystem erweitern.