Ein Sondergericht in Dhaka verurteilte an diesem Montag (17) die ehemalige Premierministerin Sheikh Hasina wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode. Das Urteil bezieht sich auf die gewaltsame Unterdrückung studentischer Proteste im Jahr 2024, bei der bis zu 1.400 Menschen starben, die meisten davon durch Schüsse der Sicherheitskräfte. Hasina, 77, wurde in Abwesenheit vor Gericht gestellt und lebt seit August letzten Jahres im indischen Exil.
Das Urteil wurde vom Internationalen Strafgerichtshof gefällt, der von der Übergangsregierung von Muhammad Yunus geschaffen wurde. Dem ehemaligen Führer wird vorgeworfen, den Einsatz tödlicher Gewalt gegen Demonstranten angeordnet zu haben, die Reformen des Quotensystems für öffentliche Stellen forderten. Die UN verzeichneten, dass die meisten Opfer durch Schüsse getroffen wurden.
Hasina stufte die Entscheidung in einer kurz nach der Ankündigung veröffentlichten Erklärung als teilweise und politisch motiviert ein.
Der Prozess fand ohne Anwesenheit des Angeklagten statt
Der Prozess dauerte weniger als ein Jahr und wurde von von der Übergangsregierung ernannten Richtern durchgeführt.
Zeugen berichteten von direkten Anweisungen von Hasina, die Proteste um jeden Preis einzudämmen.
Die vom Staat ernannte Verteidigung war nicht in der Lage, Gegenbeweise vorzulegen, die das Verständnis des Gerichts ändern würden.
Die Repression forderte innerhalb weniger Wochen Hunderte Tote
Die Zusammenstöße zwischen Universitätsstudenten begannen im Juli 2024.
Die Demonstrationen entwickelten sich zu einer landesweiten Bewegung gegen die Regierung der Awami-Liga.
Polizei und paramilitärische Kräfte setzten in mehreren Städten tödliche Munition ein.
Unabhängigen Berichten zufolge starben vor dem Sturz der Regierung mindestens 1.400 Menschen.
Sicherheit nach Satzankündigung verstärkt
Die Behörden haben das Polizeipersonal in Dhaka und anderen regionalen Hauptstädten aufgestockt.
Heute Morgen kam es in der Hauptstadt zu kleineren Protesten.
Die Polizei setzte Blendgranaten und Schlagstöcke ein, um Gruppen auseinanderzutreiben.
Bisher wurden keine ernsthaften Verletzungen gemeldet.
Position der Übergangsregierung zum Urteil
Die von Muhammad Yunus geführte Regierung nannte das Urteil ein historisches Urteil.
Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren, um weitere Gewaltepisoden zu vermeiden.
Jeder Versuch, Unruhe zu stiften, werde strikt eingedämmt, erklärte das Innenministerium in einer offiziellen Erklärung.
Die Beziehungen zu Indien erreichen ein neues Spannungsniveau
Hasina ist in Indien geblieben, seit sie das Land im August 2024 per Hubschrauber verlassen hat.
Die Regierung von Bangladesch wird voraussichtlich in den kommenden Tagen ein neues Auslieferungsersuchen formalisieren.
Die beiden Länder haben seit Jahrzehnten einen Auslieferungsvertrag unterzeichnet.
