Apple hat an diesem Montag (8) die dritte Generation seiner Apple Foundation Models (AFM) vorgestellt, die die nächste Phase von Apple Intelligence vorantreiben. Die Familie umfasst fünf benutzerdefinierte Modelle mit erheblichen Fortschritten bei der Verarbeitung auf dem Gerät und in der privaten Cloud in Zusammenarbeit mit Google und NVIDIA.
Die neuen Modelle unterstützen leistungsfähigeres Siri, intelligente Tools in alltäglichen Apps und multimodale Funktionen wie ausdrucksstarke Stimmen und erweiterte Bildbearbeitung. Dabei bleibt der Datenschutz ein zentrales Prinzip und die Daten werden ohne Speicherung oder Weitergabe verarbeitet.
Geräteinnovationen: Effizienz mit Sparse-Architektur
Zwei Modelle laufen direkt auf den Geräten. AFM 3 Core ist die Weiterentwicklung des dichten Modells mit 3 Milliarden Parametern und Qualitätssteigerungen. Das Highlight ist der AFM 3 Core Advanced mit 20 Milliarden Parametern, nativ multimodal und optimiert für fortschrittlichere Apple Silicon-Chips.
Die große Neuigkeit liegt in der Architektur. Anstatt alle Gewichte in den RAM (DRAM) zu laden, verwendet das Modell Instruction-Following Pruning (IFP). Das komplette Modell wird im Flash-Speicher (NAND) gespeichert und aktiviert je nach Komplexität nur 1 bis 4 Milliarden Parameter pro Anfrage. Dies überwindet herkömmliche Hardware-Einschränkungen für Verbraucher und ermöglicht Skalierbarkeit ohne Kompromisse bei Latenz oder Stromverbrauch.
Dieser Ansatz unterscheidet sich von herkömmlichen Mixture-of-Experts (MoE), bei denen Gewichte Token für Token ausgetauscht werden. Hier wird die Routing-Entscheidung vollständig zeitnah getroffen, wobei gemeinsame Experten immer aktiv sind und andere nur bei Bedarf geladen werden.
Private Cloud-Modelle und strategische Partnerschaften
Drei Modelle arbeiten mit Private Cloud Compute (PCC) und stellen sicher, dass Benutzerdaten niemals gespeichert werden oder von Apple oder Dritten abgerufen werden:
- AFM 3 Cloud: Optimiert für Geschwindigkeit und Gesamtleistung.
- ADM 3 Cloud (Bild): konzentriert sich auf die Bildgenerierung und -bearbeitung, einschließlich Image Playground und Genmoji.
- AFM 3 Cloud Pro: das umfassendste Programm für komplexe Aufgaben mit Agenten und fortgeschrittenem Denken.
Für das Pro-Modell hat Apple PCC auf NVIDIA-GPUs in der Google Cloud ausgeweitet und sorgt so für die gleichen Datenschutzgarantien durch vertrauliche Datenverarbeitung. Diese Zusammenarbeit kombiniert Apples eigene Architektur mit Google-Technologien (basierend auf Gemini) und NVIDIA-Hardware.
Was sich in der Praxis für Anwender und Entwickler ändert
Die dritte Generation stellt im Vergleich zu den Vorgängergenerationen einen Fortschritt dar, insbesondere in Bezug auf Multimodalität und Energieeffizienz. Funktionen wie genaueres Diktieren, ausdrucksstarke Stimmen und intelligente Fotobearbeitung ermöglichen eine geringere Abhängigkeit von der Cloud für allgemeine Aufgaben.
Nicht alle Geräte, die Apple Intelligence unterstützen, erhalten das vollständige Advanced-Modell – es erfordert High-End-Hardware wie das iPhone 17 Pro oder Macs mit M4 oder höher. Ältere Modelle verwenden Basis- oder Cloud-AFM 3 Core.
Diese Strategie gleicht die lokale Leistung (schnell und privat) mit der Cloud-Kapazität für anspruchsvollere Fälle aus und unterscheidet sich von den All-Cloud-Ansätzen der Wettbewerber.
Entwickler erhalten Zugriff auf diese Funktionen über APIs mit tiefer Integration in Betriebssysteme.
Apple sollte die neuen Funktionen bald für Entwicklertests verfügbar machen und den Benutzern im Herbst (Frühling in Brasilien) über kostenlose iOS-, iPadOS- und macOS-Updates zur Verfügung stellen.