Xiaomis Pläne für die nächste Generation seines Software-Ökosystems sind viel klarer geworden. Die Leaker Digital Chat Station lieferte detaillierte Informationen zu HyperOS 4 und bestätigte, dass das chinesische Unternehmen die visuelle Sprache von Liquid Glass als ästhetische Grundlage der neuen Benutzeroberfläche übernommen hat.
Anstelle einer radikalen Neugestaltung oder eines völligen Neustarts markiert das neue System die Reifung einer Architektur, die Xiaomi diskret entwickelt hat. Hinweise auf diesen Look, der auf Glastexturen und Lichtbrechungseffekten basiert, tauchten bereits in versteckten Codes in Hyper Launcher 7 auf, aber HyperOS 4 wird diesen Ansatz auf alle nativen Anwendungen im Ökosystem erweitern.
Den durchgesickerten Daten zufolge vermeidet Xiaomi Überraschungen mit drastischen Änderungen an den Menüs und legt Wert auf deutliche Zuwächse bei Verfeinerung, Tiefe und Verarbeitungsqualität. Das visuelle Erlebnis basiert auf Technologien, die direkt in die Grafik-Engine integriert sind, die sequentiell arbeitet.
Zunächst reproduziert die Lichtfeld-Grafik-Engine das reale Verhalten der physischen Beleuchtung auf dem Bildschirm und erzeugt dynamische Schatten und Reflexionen, die auf die Berührung des Benutzers reagieren. Anschließend sorgen Komponenten im Glass-Material-Stil für fortschrittliche Gaußsche Unschärfe und durchscheinende Schichten, die ein echtes Gefühl dreidimensionaler Tiefe zwischen dem Hintergrundbild und geöffneten Apps erzeugen.
Schließlich arbeitet die Animations-Engine mit Mikrometergenauigkeit, um die Übergänge beim Öffnen und Schließen der Karte reibungslos zu gestalten, kleine visuelle Probleme im Kontrollzentrum zu beseitigen und der gesamten Benutzeroberfläche ein erstklassiges Aussehen zu verleihen.
Die wichtigste Neuerung in Sachen Benutzerfreundlichkeit ist die adaptive Farberfassung mittels künstlicher Intelligenz. Das System analysiert das vom Benutzer ausgewählte Hintergrundbild oder den auf dem Bildschirm angezeigten Inhalt, um harmonische Farbpaletten zu extrahieren, die das gesamte System überziehen.
Dieser Mechanismus funktioniert ähnlich wie Material You, das Google 2021 auf Android 12 eingeführt hat. In HyperOS 4 vereint die Technologie den Sperrbildschirm, den Startbildschirm, dynamische Widgets, das Kontrollzentrum und native Xiaomi-Tools und verwandelt die Benutzeroberfläche in ein integriertes und optisch zusammenhängendes Set und nicht in eine unzusammenhängende Mischung von Anwendungen.
Neben der Attraktivität von Glastexturen führt HyperOS 4 eine wichtige strukturelle Änderung für die Stabilität und Haltbarkeit von Geräten ein. Das System setzt die energische Eliminierung von Legacy-Codes aus dem alten MIUI fort.
In früheren Versionen der Software der Marke wurden in wichtigen Modulen wie der Wetter-App, der Galerie und jetzt dem Launcher noch Komponenten aus alten SDKs beibehalten, die jahrelang beibehalten wurden, um die Kompatibilität zu gewährleisten, was zu unnötigem Overhead und Leistungsschwankungen führte.
Durch die vollständige Bereinigung dieser Softwarebasis beseitigt das Entwicklungsteam von Xiaomi Codekonflikte, um unerwartete Schließungen nativer Anwendungen zu reduzieren. Darüber hinaus sorgt eine saubere Darstellung ohne alte Reste für eine konstante Frame-Flüssigkeit, die für Liquid Glass unerlässlich ist, und beschleunigt die Implementierung zukünftiger Sicherheitsupdates.
Der Zeitplan sieht vor, dass HyperOS 4 zwischen Juli und August offiziell angekündigt werden soll, wobei die geschlossenen Betatests vor der globalen stabilen Veröffentlichung beginnen sollen.
Das Liquid Glass-Ökosystem wird erstmals in die neuen High-End-Chipsätze integriert und führt das Portfolio der nächsten Flaggschiff-Generationen des Unternehmens an: Xiaomi 17 und Redmi K90.