Ein großer Polizeieinsatz hat am Mittwochnachmittag (10) den Betrieb am Ostseekai in Kiel vorübergehend eingestellt, nachdem beim Betanken des Kreuzfahrtschiffes Mein Schiff Relax verdächtige Paletten entdeckt wurden.
Teile der Ostseeanlegestelle und das Schiff selbst wurden vorsorglich evakuiert. Die Polizei war mit einem starken Aufgebot, darunter einem Bombenentschärfungsteam, im Einsatz, das die Ladung inspizierte. Am späten Nachmittag wurde die Alarmierung beendet, ohne dass Sprengsätze gefunden wurden.
Die Entdeckung ereignete sich gegen 13 Uhr während einer routinemäßigen Sicherheitsinspektion des Lastwagens, der Waren an das Schiff lieferte. Vier Paletten wiesen verdächtige Spuren auf. Das Spezialteam traf rund eineinhalb Stunden später am Unfallort ein und führte die Tests direkt am Pier durch.
Bei den auf den Paletten gefundenen Spiraldrähten handelte es sich um Materialien, die für den Einsatz an Bord des Schiffes bestimmt waren, sodass das Vorhandensein von Sprengstoff ausgeschlossen werden konnte. Während des Einsatzes waren die Ostseekaistraße und die angrenzenden Straßen einschließlich der Bereiche in der Nähe der Stadtmauer, des Schlossgartens und der Kaistraße gesperrt.
Passagiere, die sich bereits an Bord der Mein Schiff Relax befanden, konnten aus Sicherheitsgründen auf der Steuerbordseite des Schiffes bleiben. Nur die Backbordseite wurde evakuiert. Kieler Polizeisprecher Mathias Stöwer bestätigte die Hinweise gegenüber den Gästen.
Im Schlossgarten versammelten sich rund 100 Passagiere, die noch nicht an Bord waren. Auch Besatzungsmitglieder und Hafenmitarbeiter warteten am Unfallort. Der zunächst ausgesetzte Check-in-Vorgang wurde am Nachmittag wieder aufgenommen. Das Schiff bietet Platz für rund 2.000 Passagiere.
Neues Schiff in Debütsaison in Kiel
Mein Schiff Relax, das neue Flaggschiff von TUI Cruises, startet in seiner ersten vollen Saison ab Kiel. Der Vorfall ereignete sich genau an dem Tag, an dem das Schiff eine kurze viertägige Reise nach Oslo, Norwegen, antreten sollte.
Kreuzfahrthäfen wie Kiel verfügen insbesondere beim Tanken und Einsteigen über strenge Sicherheitsprotokolle, wodurch verdächtige Situationen schnell erkannt werden konnten. Durch die koordinierte Reaktion konnten weitere Störungen vermieden werden, es kam jedoch zu Verzögerungen im Tagesablauf.
In der redaktionellen Anmerkung der Originalveröffentlichung wurden die ersten Informationen basierend auf Polizeiaktualisierungen von der vollständigen Evakuierung des Schiffes auf eine teilweise Evakuierung korrigiert.