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Der frühere Sprecher des japanischen Repräsentantenhauses, Yohei Kono, ist im Alter von 89 Jahren gestorben

Yohei Kono
Yohei Kono - Reprodução Youtube

Yohei Kono, ehemaliger Sprecher des japanischen Repräsentantenhauses und eine der Hauptfiguren der Liberaldemokratischen Partei (PLD), starb am 8. Juni 2026 im Alter von 89 Jahren. Er wurde in der Präfektur Kanagawa geboren und am Mittwoch (10) von ihm nahestehenden Personen als tot gemeldet. Die Beerdigungs- und Ehrungszeremonie fand privat und auf die Familie beschränkt statt. Eine Messe am siebten Tag wird weiterhin geplant sein.

Kono prägte die japanische Nachkriegspolitik als Verteidiger einer konstitutionellen und pazifistischen Linie. Im Jahr 1993 gab er als Chefkabinettssekretär der Regierung Kiichi Miyazawa die nach ihm benannte Erklärung heraus, in der er die Beteiligung der kaiserlichen Armee an der Zwangseinweisung von Frauen in das „Komfort“-System während des Zweiten Weltkriegs anerkannte. Der Text drückte „Entschuldigung und Reue“ aus und wurde zu einer Referenz in internationalen Diskussionen zu diesem Thema.

Politischer Werdegang von fast fünf Jahrzehnten

Kono, der 1959 seinen Abschluss an der Waseda-Universität machte, wurde 1967 in das Repräsentantenhaus gewählt und bekleidete dort 14 aufeinanderfolgende Amtszeiten. 1976 brach er mit der PLD, kritisierte die seiner Ansicht nach eigennützigen Exzesse und gründete den Novo Clube Liberal, dessen Vorsitzender er wurde. Jahre später kehrte er zur Partei zurück und bekleidete Ministerämter, darunter Wissenschaft und Technologie, in der Regierung von Yasuhiro Nakasone.

Nach der Niederlage der PLD bei den Wahlen 1993 übernahm er den Vorsitz der Oppositionspartei. Während dieser Zeit beteiligte er sich an Verhandlungen, die zur Reform des Wahlsystems führten, mit der Einführung gemischter Einzelwahlbezirke und des Verhältniswahlrechts. In der Koalitionsregierung von Tomiichi Murayama im Jahr 1994 fungierte er als stellvertretender Premierminister und Außenminister – der erste Präsident der PLD seit der Gründung der Partei, der nie die Position eines Premierministers erreichte.

Vermächtnis in der Außenpolitik und in der Kammer

Kono kehrte als Außenminister in die Regierungen von Keizo Obuchi und Yoshiro Mori zurück. Im November 2003 wurde er zum Sprecher des Repräsentantenhauses gewählt, eine Position, die er 2.029 Tage lang innehatte, die längste in der Geschichte des japanischen Parlaments, bis er im Juli 2009 in den Ruhestand ging.

Sein Werdegang spiegelt die Veränderungen in der japanischen Politik in den letzten Jahrzehnten wider: vom internen Kritiker der dominierenden Partei zum Verhandlungsführer in Zeiten der Instabilität und schließlich zum institutionellen Hüter der Kammer. Insbesondere die Erklärung von 1993 beeinflusst weiterhin die Debatten über das historische Gedächtnis in Japan und Asien, auch wenn die Kontroversen bis heute andauern.

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