Gumby, ein Mischlingshund mit einem liebevollen und geselligen Wesen, wurde zwischen 2014 und 2016 elf Mal in dasselbe Tierheim zurückgebracht. Jedes Mal, wenn er adoptiert wurde, fand er einen Weg zu entkommen und zur Charleston Animal Society in North Charleston, South Carolina, USA, zurückzukehren.
Was wie wiederholte Ablehnung schien, hatte eine andere Erklärung. Gumby lehnte Familien nicht ab – er suchte den Ort auf, an dem er sich sicher fühlte. Die Freiwilligen brauchten eine Weile, um das Muster zu verstehen, aber sie erkannten, dass der Hund das Tierheim als sein wahres Zuhause betrachtete.
Gumby überzeugte nicht nur das Team durch seine Fügsamkeit, sondern erwies sich auch für andere Tiere als nützlich. Er spendete mehrmals Blut und half so, Kätzchen zu retten, die Transfusionen brauchten. Seine freundliche Anwesenheit diente auch als Unterstützung für neu angekommene Hunde: Er nahm an Sozialisierungssitzungen teil und half Neuankömmlingen, sich an die Umgebung anzupassen, indem er sich fast wie ein Hundegrüßer verhielt.
John Martin, der 2016 im Adoptionsbereich des Tierheims zu arbeiten begann, verfolgte mehrere von Gumbys Reisen. Nach und nach baute der Mitarbeiter eine starke Bindung zu dem Tier auf. Er brachte den Hund alle paar Tage mit nach Hause und bemerkte, dass Gumby sich besonders gut mit seiner Frau Joanna Ferrell verstand.
Im November 2016, am Vorabend des Umzugs des Paares nach New York, beschloss John, Gumby nicht zurückzulassen. Er rief Joanna an, die sofort zustimmte. Es war der zwölfte und letzte Weggang des Hundes aus dem Tierheim – dieses Mal in ein dauerhaftes Zuhause.
Was Gumbys Geschichte über das Verhalten von Tieren verrät
Viele Tierheime verzeichnen Fälle von zurückgegebenen Tieren, aber Gumby’s zeichnet sich dadurch aus, dass es beharrlich immer an den gleichen Ort zurückkehrt. Anstatt als Problem angesehen zu werden, zeigte er, dass manche Hunde eine tiefe Bindung zu ihrer Umwelt und den Menschen aufbauen, die sich täglich um sie kümmern. Diese Erkenntnis veränderte sein Schicksal.
In seinem neuen Zuhause in New York versuchte Gumby nie wieder wegzulaufen. Er blieb seinen Besitzern nahe, erkundete sicher die Wohnung und bereitete dem Paar täglich Freude. John beschrieb den Hund als „das absolute Licht“ ihres Lebens, voller Persönlichkeit und liebevoll.
Gumby lebte bis Mai 2023, als er im Alter von 14 Jahren aus gesundheitlichen Gründen verstarb. Die Charleston Animal Society erinnert sich weiterhin an seinen Werdegang als Beispiel dafür, wie Geduld und Beobachtung die Geschichte eines Tieres verändern können.