Irans oberstes Militärkommando gab am Mittwochabend (10) die vollständige Schließung der Straße von Hormus bekannt, einer strategischen Seeroute, auf der etwa 20 % des weltweit transportierten Öls und Flüssiggases abgewickelt werden. Jedes Schiff, das versucht, das Gebiet zu durchqueren, werde beschossen, heißt es in der offiziellen Erklärung der Revolutionsgarde.
Nach Angaben iranischer Staatsmedien wurden zwei als „Straftäter“ eingestufte Schiffe beim Versuch, die Passage zu überqueren, getroffen. Die Aktion ereignete sich inmitten einer neuen Eskalation nach amerikanischen Bombenanschlägen auf iranisches Territorium.
Das US-Militär hat bestritten, dass in der Region amerikanische Kriegsschiffe getroffen wurden. Das Zentralkommando (CENTCOM) veröffentlichte im sozialen Netzwerk X, dass der kommerzielle Verkehr durch die Meerenge trotz der Aussagen Teherans anhält.
Die amerikanischen Angriffe wurden von Washington als Selbstverteidigung gegen mehrere Ziele im Iran bezeichnet. Die Operation folgte direkten Anweisungen von Präsident Donald Trump, der Stunden zuvor seine Forderung bekräftigt hatte, dass Iran ein vor Wochen ausgehandeltes Abkommen unterzeichnen solle.
An mehreren Orten im Süden Irans wurden Explosionen registriert, darunter in den Hafenstädten Bandar Abbas, Sirik, Minab sowie auf den Inseln Qeshm und Hengam. Lokale Behörden berichteten, dass zu den Zielen Luftverteidigungssysteme, Radargeräte und Drohnenkontrolleinrichtungen in der Region nahe der Meerenge gehörten.
Auswirkungen auf den Welthandel
Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman ist eine der wichtigsten Routen für den globalen Energiehandel. Unter normalen Bedingungen passieren dort täglich Millionen Barrel Öl für Asien, Europa und andere Märkte. Die Schließungsankündigung hat in den ersten Reaktionen der Märkte bereits zu einem Anstieg von mehr als 2 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent geführt.
Analysten weisen darauf hin, dass längere Unterbrechungen die Volatilität der Kraftstoffpreise verstärken könnten, was in einer Zeit ohnehin schon hoher Spannungen im Nahen Osten direkte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte.
Kontext des Aufstiegs
Dies ist ein weiterer Schlagabtausch in einer Reihe von Zusammenstößen, die sich in den letzten Monaten verschärft haben. Die Vereinigten Staaten rechtfertigen die jüngsten Maßnahmen als Reaktion auf die anhaltende iranische Aggression, einschließlich Drohnen- und Raketenstarts in der Region. Auf iranischer Seite wird die Schließung als Maß der Souveränität und Vergeltung für das dargestellt, was sie als amerikanische Einmischung bezeichnen.
Das iranische Verteidigungsministerium bestätigte Seeschlachten in der Region, während CENTCOM bekräftigt, dass an seinen Schiffen keine Schäden verzeichnet wurden. Die Situation hält Handelsschiffe in Alarmbereitschaft, da die Versicherer die Prämien erhöhen und einige Routen umgeleitet werden.
Von internationalen Organisationen befragte Experten betonen, dass eine wirksame Kontrolle der Meerenge ein zentraler Punkt künftiger Verhandlungen werden könnte. Trump hat öffentlich darauf bestanden, dass die Vereinigten Staaten keine Unterbrechungen des Energieflusses akzeptieren werden, was das Risiko einer direkteren militärischen Beteiligung erhöht.
Bisher gibt es keine unabhängige Bestätigung über das tatsächliche Ausmaß der Verkehrsstörungen oder mögliche zivile Opfer bei den gemeldeten Explosionen. Die internationale Gemeinschaft verfolgt die Entwicklung der Ereignisse mit Sorge und befürchtet größere Auswirkungen auf die weltweite Ölversorgung.

