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Ledertasche des Tyrannosaurus Rex wird in Paris für bis zu 3 Millionen R$ versteigert

casa de leilões Drouot Paris
casa de leilões Drouot Paris - Vernerie Yann / Shutterstock.com

Eine Tasche, die als erster Luxusartikel aus Zellleder im Stil des Tyrannosaurus Rex angekündigt wurde, wird diesen Donnerstag (11) im Pariser Drouot-Haus versteigert. Das einzigartige Stück hat einen Wert zwischen 350.000 und 580.000 US-Dollar, was etwa 1,8 bis 3 Millionen R$ entspricht. Die Auktion markiert einen Meilenstein an der Schnittstelle von Paläontologie, Biotechnologie und High-End-Mode.

Das Material wurde aus Kollagenspuren entwickelt, die aus dem Oberschenkelknochen eines T. rex gewonnen wurden, der vor 25 Jahren im US-Bundesstaat Montana entdeckt wurde. Anstatt fossile Haut direkt zu verwenden, rekonstruierten Wissenschaftler alte Proteinsequenzen und fügten sie in zelluläre Systeme ein, um im Labor Kollagen zu produzieren. Das Ergebnis ist eine Haut mit authentischer Struktur, die jedoch ohne derzeitige Tierextraktion hergestellt wurde.

Die Tasche wurde Anfang April im Art Zoo (oder Artis) Museum in Amsterdam, Niederlande, der Öffentlichkeit präsentiert. Seitdem hat es internationales Interesse geweckt, da es eine neue Grenze im Luxussektor darstellt. Experten bringen den Artikel mit Fortschritten in Verbindung, die die Abhängigkeit von der Massentierhaltung bei der Herstellung von traditionellem Leder verringern können.

Iacopo Briano, ein Paläontologiespezialist, der mit dem Verkauf in Verbindung steht, erläuterte den Vorgang kürzlich in einem Interview. „In den letzten Jahren konnten wir Techniken und Biotechnologien entwickeln, mit denen wir einer Zellkultur Anweisungen geben können, im Labor eine authentische T.-Rex-Haut zu ‚aufbauen‘“, erklärte er. Er betonte, dass sich das Material von veganen Optionen auf Kunststoffbasis dadurch unterscheidet, dass es zu 100 % aus Zellkulturhaut besteht, obwohl es von einem Tier stammt, das vor 66 Millionen Jahren ausgestorben ist.

Das Auktionshaus Drouot beschreibt das Objekt über Giquello als „ein beispielloses Objekt in der Geschichte des Luxus“ und eine „wissenschaftliche Leistung“. In der offiziellen Erklärung betont das Unternehmen, dass Zellleder den Weg für Exklusivität ebnet, die nicht mehr auf Gewinnung oder intensiver Tierhaltung beruht. Die Auktion findet um 13:00 Uhr (Brasília-Zeit) im Tentation°4 in einem Raum des legendären Hôtel Drouot statt.

Wissenschaftlicher Durchbruch hinter prähistorischem Leder

An der Entwicklung beteiligte sich Lab-Grown Leather Ltd., eine Tochtergesellschaft von BSF Enterprise PLC, in Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Enfin Levé (verantwortlich für Design) und VML (kreative Leitung). Die Technik rekonstruiert alte Proteine ​​durch Computerbiologie und Tissue Engineering und wandelt sie in brauchbares Material für Modeprodukte um. Hierbei handelt es sich nicht um einen genetischen Klon des Dinosauriers, sondern um eine gezielte Kollagennachbildung, die die Eigenschaften der ursprünglichen Haut nachbildet.

Experten sehen darin einen Test für größere Anwendungen. Während herkömmliches Krokodil- oder Rindsleder Tierhaltung und erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt erfordert, ermöglicht Zellularleder eine kontrollierte, potenziell skalierbare Produktion. Die T.-Rex-Tasche dient als Demonstrationsstück, um die kommerzielle Machbarkeit zu demonstrieren und Sammler anzulocken, die bereit sind, für Innovation und Seltenheit einen Aufpreis zu zahlen.

Was bedeutet das für den Luxusmarkt?

Die Auktion findet zu einer Zeit statt, in der die Modebranche zunehmend unter Nachhaltigkeitsdruck steht. High-End-Marken suchen nach Alternativen, die Status und Exklusivität bewahren, ohne die ethischen und ökologischen Kosten der Viehhaltung. Der Erfolg des Stücks könnte Türen für zukünftige Linien öffnen, die Kollagene anderer ausgestorbener Arten oder sogar aktueller, im Labor gezüchteter Tiere verwenden und so Emissionen und Landverbrauch reduzieren.

Im Vergleich zu Ikonen wie der Hermès Birkin bringt das Objekt einen erzählerischen Unterschied mit sich: Es trägt eine 66 Millionen Jahre alte paläontologische Geschichte kombiniert mit modernster Technologie. Analysten schätzen, dass der Endwert die ursprünglichen Prognosen übertreffen könnte, wenn Kunst-, Wissenschafts- und Modesammler miteinander konkurrieren. Die Wahl von Paris, der Welthauptstadt der Mode, unterstreicht die Symbolik der Verbindung einer tiefgründigen Vergangenheit mit einer Zukunft des Luxus.

Iacopo Briano und das beteiligte Team betonen, dass es sich bei dem Material nicht um bloße Kuriosität handelt. Es zeigt, wie aus fossilen Überresten, die bisher nur in Museen zu finden waren, greifbare Produkte entstehen können, die eine Debatte über verantwortungsvollen Konsum anregen. Für den Käufer bedeutet es neben dem seltenen Objekt auch die Teilnahme an einem beispiellosen Kapitel in der Geschichte des nachhaltigen Luxus.

Das Ergebnis der Auktion wird von BSF Enterprise-Investoren und dem Biotech-Sektor genau beobachtet. Wenn es die Spitze der Schätzung erreicht, wird es die These untermauern, dass wissenschaftliche Innovationen in einem traditionell konservativen Markt Spitzenpreise erzielen können. Unterdessen bleibt die Tasche in Paris ausgestellt, bevor der Hammer fällt, und zieht die Blicke derjenigen auf sich, die in dem Dinosaurier mehr als nur ein Fossil sehen – ein Symbol für zukünftige Möglichkeiten.

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