Der erfahrene Torhüter Manuel Neuer betrat an diesem Freitag, dem 13. Juni 2026, das Feld und wurde der älteste Spieler, der die deutsche A-Nationalmannschaft verteidigte. Mit 40 Jahren und 79 Tagen brach er den Rekord, den Lothar Matthäus seit der EM 2000 gehalten hatte.
Neuer startete in Houston das Eröffnungsspiel Deutschlands bei der Weltmeisterschaft 2026 gegen Curacao. Das Spiel markierte seine Rückkehr in die Nationalmannschaft nach mehr als 700 Tagen, sein 125. Spiel im Nationalmannschaftstrikot. Er übertraf nicht nur den Rekord von Matthäus (39 Jahre und 91 Tage), sondern wurde auch der älteste Deutsche, der an einer Weltmeisterschaft teilnahm, und übertraf damit Fritz Walter (37 Jahre und 236 Tage, 1958).
Langlebigkeit, die im Fußball der Zeit trotzt
Neuer, geboren am 27. März 1986, blickt auf eine Karriere voller altersbedingter Meilensteine zurück. Er ist das einzige verbliebene Mitglied des Weltmeisterteams von 2014 im aktuellen Kader und bestreitet seine fünfte Weltmeisterschaft, womit er den Rekord von Matthäus an Einsätzen ausgleicht. Auch nachdem er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach der EM 2024 bekannt gegeben hatte, folgte der Torhüter des FC Bayern München dem Ruf von Trainer Julian Nagelsmann und erholte sich von einer Wadenverletzung, um seine Startposition wieder einzunehmen.
Seine Präsenz auf dem Spielfeld geht über Zahlen hinaus. Neuer gilt als einer der größten Torhüter der Geschichte, als Pionier des „Sweeper-Keeper“-Stils, der sich aktiv am Spielaufbau beteiligt. Mit 40 Jahren ist er weiterhin eine technische und emotionale Referenz für eine junge Mannschaft, die nach frühen Ausscheidungen bei den letzten Weltmeisterschaften wieder auf die Beine kommen will.
Kimmich fordert „positiven Patriotismus“ in Zeiten der Herausforderungen
Mannschaftskapitän Joshua Kimmich nutzte die Premierenatmosphäre, um über die Rolle des Fußballs im Land zu sprechen. In einem Interview äußerte der Bayern-Spieler den Wunsch, dass die Mannschaft in einer Zeit politischer und sozialer Unzufriedenheit dazu beitragen soll, „positiven Patriotismus“ und mehr gesellschaftliche Einheit in Deutschland zu fördern.
„Ich wünsche mir, dass in Deutschland wieder positiver Patriotismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt möglich werden, ohne jemanden auszugrenzen“, sagte Kimmich. Er sieht die Weltmeisterschaft als Gelegenheit, im Land Stolz und positive Energie zu erzeugen, ähnlich wie es bei der Weltmeisterschaft 2006 der Fall war.
Was bedeutet das für Deutschland bei der WM?
Neuers Zeichen sind nicht nur symbolisch. Es stärkt das Vertrauen in ein Idol, das immer noch hohe Leistungen erbringt und als Brücke zwischen den Generationen dient. Für die Mannschaft, die nach jüngsten Rückschlägen unter Ergebnisdruck steht, könnte die Erfahrung des Torwarts bei der Suche nach dem Titel entscheidend sein.