Jorlan Lopes da Silva gesteht 80 Morde nach Zugriff in Paraíba

Preso vestido de mulher - Polícia Civil da Paraíba

Preso vestido de mulher - Polícia Civil da Paraíba

Ermittler der Polícia Civil nahmen den 33-jährigen Jorlan Lopes da Silva am 13. September 2026 in der Gemeinde Mulungu fest, als dieser in Frauenkleidung und mit einem Kleinkind auf dem Arm flüchten wollte. Bei seiner Vernehmung gab der Festgenommene an, im Bundesstaat Paraíba im Laufe seines Lebens etwa 80 Menschen eigenhändig getötet zu haben.

Die Kriminalpolizei stuft diese Zahl vorerst als vorläufige Behauptung ein. Delegat Douglas Garcia bestätigte jedoch gerichtsverwertbare Beweise für mindestens 16 Tötungsdelikte im Flusstal Vale do Mamanguape.

Die Akten verzeichnen gewalttätige Angriffe bereits in den Jugendjahren des Mannes. Nach Angaben der Behörden verübte er seinen ersten Mord im Alter von 13 Jahren, saß danach rund fünf bis sechs Jahre in Haft und tötete nach seiner Freilassung im Mai 2026 bis zum Zugriff am 13. September 2026 mutmaßlich 16 weitere Personen. Die Ermittler prüfen alle Spuren.

Zu den dokumentierten Taten gehört der gewaltsame Tod zweier Händler am 1. August in der Nachbargemeinde Rio Tinto. Jorlan Lopes da Silva handelte bei diesem Doppelmord zusammen mit vier bewaffneten Komplizen.

Ein weiteres Verfahren betrifft den Mord an einer Frau. Die Beamten fanden die vergrabene Leiche erst, nachdem der Verdächtige ihnen den genauen Ort der Erdgrube gezeigt hatte.

Ermittlungsbehörden analysieren Geständnisse zu Dutzenden Gewaltverbrechen

Der Inhaftierte wiederholte vor den Beamten in Mulungu mehrfach seine Schilderungen über die Tötung von 80 Personen. Er bekräftigte diese Taten eigenhändig.

Dieses umfassende Geständnis forderte die Dienststelle heraus. Die exakte Gesamtzahl bleibt Gegenstand laufender Prüfungen.

Kriminaltechniker und Inspektoren der Polícia Civil vergleichen nun die Aussagen des Beschuldigten mit archivierten Obduktionsberichten und alten Einsatzprotokollen der Region. Das Dezernat will auf diesem Weg jede einzelne Behauptung auf ihren tatsächlichen Wahrheitsgehalt abklopfen.

„Das ist eine sehr hohe Zahl. Wir glauben, dass die reale Zahl, falls sie nicht genau zutrifft, sehr nahe an dieser Angabe liegt“, sagte Douglas Garcia vor der Presse.

Der Verdächtige nutzte dichte Waldgebiete als Rückzugsorte, um den Suchtrupps nach Anschlägen zu entgehen. Diese Taktik verhinderte über Wochen hinweg einen raschen Zugriff der regulären Streifenkräfte.

Sicherheitskräfte lieferten sich bereits zwanzig Tage vor dem Zugriff ein Feuergefecht mit Jorlan Lopes da Silva und dessen Verbündeten auf dem Gebiet von Rio Tinto, woraufhin der Schütze trotz intensiver Schusswechsel die Polizeikette durchbrach und im unwegsamen Unterholz der Region untertauchte. Er entkam damals zu Fuß.

„Eine Besonderheit, die das Vorgehen der Sicherheitskräfte erschwerte, war der Umstand, dass Jorlan überwiegend im Dickicht lebte. Vor zwanzig Tagen führte ein Einsatz der Polícia Civil in Rio Tinto zu einer direkten Konfrontation mit Jorlan und seinen Komplizen, bei der ihm die Flucht gelang“, erläuterte Douglas Garcia.

Fluchtversuch im Frauenkleid endet in der Kleinstadt Mulungu

Die Polizeiführung ordnet Jorlan Lopes da Silva einer kriminellen Organisation zu, die ihren Ursprung im Bundesstaat Rio de Janeiro hat und Netzwerke in Paraíba unterhält. Diese Bande kontrolliert mehrere Drogenumschlagplätze im Bundesstaat.

Nach dem Gefecht bei Rio Tinto suchte der Mann Unterschlupf in einer von seiner Fraktion kontrollierten Siedlung in Cabedelo. Die Nachrichtendienste überwachten seine dortigen Aufenthaltsorte lückenlos.

Die Observation registrierte, wie der Gesuchte gemeinsam mit anderen Milizmitgliedern von Cabedelo aus nach Mulungu reiste. In Zusammenarbeit mit der Bundesautobahnpolizei Polícia Rodoviária Federal stoppten die Einsatzkräfte den genutzten Wagen direkt auf der Überlandstraße.

Einen Mittäter überwältigten die Fahnder direkt bei der Straßensperre. Jorlan Lopes da Silva rannte jedoch zu Fuß in bewohntes Terrain davon.

Am 13. September 2026 klickten in Mulungu schließlich die Handschellen. Der Mann trug dabei Frauenkleidung und hielt ein zwei Jahre altes Kleinkind im Arm, um gegenüber den Einheiten einen gewöhnlichen Familienausflug vorzutäuschen.

Der Schütze passierte die Streifenwagen verkleidet mit einem bunten Kleid, einer Perücke, Damensandalen, dunkler Sonnenbrille und lackierten Fingernägeln. Er versuchte so, das Aufgebot unbemerkt zu passieren.

Anschließend kehrte er in sein Versteck zurück, griff nach einer Schusswaffe und ließ das Kleinkind im Raum zurück. Als das Kleid verrutschte, erkannten die Fahnder eine charakteristische Tätowierung und überwältigten den Gesuchten.

Die Kriminalpolizei untersucht nun, unter welchen Umständen das nicht mit ihm verwandte Kind in das Gebäude gebracht wurde. Medizinische Angaben zum Zustand des Kindes gaben die Behörden nicht bekannt.

Die Fahndungsaktion erstreckte sich über 48 Stunden und vollstreckte einen Haftbefehl des Gerichts von Paraíba. Im Rahmen dieses Zugriffs in Mulungu wurden zwei weitere mutmaßliche Kriminelle festgenommen, die weiterhin in amtlicher Verwahrung verbleiben.

Delegat Marcos Paulo Sales bestätigte, dass alle drei verhafteten Männer für dieselbe kriminelle Vereinigung arbeiteten. Sie führten ihre Befehle gemeinsam aus.

Polizeibeamte brachten Jorlan Lopes da Silva am 15. September 2026 in das Gefängnis Sílvio Porto in João Pessoa. Delegat Douglas Garcia bestätigte die vollzogene Verlegung.

Die Kriminalabteilung setzt die Spurensuche zu weiteren Tötungsdelikten fort, um die tatsächliche Opferzahl des Gefangenen zweifelsfrei nachzuweisen. Die Behörden werten dazu historische Vermisstenfälle aus.