Merkur schrumpft durch Kernabkühlung um 23 Kilometer Durchmesser
Wissenschaftler wiesen nach, dass der sonnennächste Planet Merkur seit seiner Entstehung durch die stetige Abkühlung seines Kerns rund 23 Kilometer an Durchmesser verloren hat. Dieser fortlaufende Schrumpfungsprozess verformt die feste Kruste des Himmelskörpers kontinuierlich.
Der Planet Merkur bleibt stabil.
Thermische Schrumpfung formt gewaltige Klippen auf der Gesteinsoberfläche
Der Planet zieht sich zusammen, weil sein Zentrum über Milliarden von Jahren hinweg kontinuierlich Wärme in das Weltall abgibt. Durch dieses thermische Absinken bricht die äußere Gesteinsschicht unter enormen Kompressionskräften auf und bildet weitläufige Risse. Als direkte Folge dieser tiefen mechanischen Spannungen erheben sich steile Hänge und Bergrücken über weite Teile der Kruste.
Während sich unmittelbar nach den ersten Phasen der thermischen Kontraktion markante Dehnungsstreifen bildeten, überdeckten zahllose Einschläge von Meteoriten und Asteroiden im Laufe aufeinanderfolgender Epochen des Bombardements die tektonischen Bruchzonen mit einer dichten Schicht aus Gesteinstrümmern, feinstem Regolith sowie kosmischem Staub. Diese massive Geröllschicht verbirgt jene geologischen Formationen, welche für die präzise Vermessung der globalen Schrumpfung unverzichtbar sind.
Kosmischer Staub verhüllt tektonische Spuren alter Kollisionen
Forscher verknüpften geologische Messungen mit aktuellen topografischen Geländekarten von Merkur, um den Einfluss dieses zermahlenen Materials zu untersuchen. Stark zerklüftete Areale wiesen dabei überraschend wenige sichtbare Geländestufen auf. Der dichte Schuttmantel begrub viele jener Felsstrukturen unter sich, auf die sich visuelle Auswertungen bisher stützten.
- Trümmerschichten durch anhaltenden Einschlag kosmischer Projektile
- Verborgene Krustenbrüche in stark zerklüfteten Hängen
- Mögliche Schrumpfung über den bisherigen Wert von 23 Kilometern hinaus
Geologen halten ein Gesamtschrumpfen für denkbar, das den bisher berechneten Wert von 23 Kilometern übersteigt.
Messinstrumente der Raumsonde BepiColombo erfassen feine Höhenunterschiede
Die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo soll hochauflösende Aufnahmen der Merkurlandschaft liefern, um bestehende Widersprüche in den geologischen Modellen aufzulösen. Fortschrittliche Bordinstrumente erfassen optische Daten direkt vor Ort. Diese Sensoren machen Strukturen unter dem Oberflächenstaub virtuell sichtbar.
Frühere Analysen litten unter technischen Begrenzungen beim Erkennen feiner Bruchlinien in Kratergebieten. Die neuen Detektoren von BepiColombo registrieren minimale Erhebungsunterschiede an uralten Einschlagbecken, um die historische Abkühlungsrate des Mantels genauer zu bestimmen.
Thermodynamischer Masseverlust gefährdet die planetare Bahn keineswegs
Das Schrumpfen folgt einem natürlichen thermodynamischen Prinzip durch den langsamen Wärmeverlust des metallischen Eisenkerns. Dieser Vorgang bewirkt rein mechanische Verschiebungen in den oberen Gesteinsschichten. Weder die Stabilität der Umlaufbahn noch der physische Zusammenhalt des Planeten geraten dadurch in Gefahr.
Die Mission BepiColombo plant zusätzliche nahe Vorbeiflüge am Planeten. Dabei kartieren die Kameras letzte Steilstufen, bevor die Sonde ihren endgültigen Arbeitsorbit um Merkur einnimmt.




