Das Ministerium für Entwicklung, Industrie, Handel und Dienstleistungen hat Lecars Qualifikation im Mover-Programm ausgesetzt. Die Maßnahme ist seit dem 1. Mai 2026 in Kraft und verhindert, dass das Unternehmen die im Programm vorgesehenen Steuervorteile und Finanzgutschriften in Anspruch nehmen kann. Der brasilianische Hersteller, der 2022 vom Geschäftsmann Flávio Figueiredo Assis gegründet wurde, legte im Kalenderjahr 2024 keine technischen Unterlagen zur Durchführung von Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekten vor.
Die Verordnung zur Formalisierung der Aussetzung wurde am 2. Juni veröffentlicht. Aus dem Text geht hervor, dass das Unternehmen den Bericht über die Durchführung von Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekten nicht innerhalb der gesetzlichen Frist vorgelegt hat. Die Sanktion bleibt bestehen, bis Lecar das Problem durch Zusendung von Belegen klärt.
Die Aussetzung wirkt sich auf den Zugang zu Bundesprogrammanreizen aus
Das Mover-Programm fördert Investitionen in Energieeffizienz und neue Technologien in der Automobilindustrie. Qualifizierte Unternehmen profitieren von Vorteilen wie Steuerermäßigungen und spezifischen Finanzierungslinien. Mit der Suspendierung ist Lecar vorübergehend aus diesen Mechanismen herausgefallen. Die Entscheidung folgt den Bestimmungen des Gesetzes Nr. 14.902 von 2024, das das Programm regelt.
Auch anderen Unternehmen wurde aus den gleichen Gründen die Lizenz entzogen. Darunter sind Cummins Filtros, Simoldes, Nione und 3Sat Tecnologia. Das MDIC verlangt einen strengen Nachweis der tatsächlichen Beiträge zu Forschung und Entwicklung, um Unternehmen im Anreizsystem zu halten.
- Die Aussetzung gilt rückwirkend zum 1. Mai 2026
- Die Regularisierung hängt von der Vorlage des ausstehenden Berichts 2024 ab
- Steuervorteile und -gutschriften werden blockiert, bis eine Lösung gefunden wird
- Der Maßnahme folgt ein Verwaltungsverfahren mit dem Recht auf Verteidigung

Lecar hat noch keine Fahrzeuge auf den Markt gebracht oder mit den Arbeiten an der Fabrik begonnen
Die Marke plant zwei Modelle: das 459-Coupé und den Campo-Pickup, der als Rivale zum Fiat Strada positioniert ist. Beide existieren nur als Mock-ups, visuelle Simulationen, die auf Veranstaltungen wie der Motor Show 2025 präsentiert werden. Der Campo-Pickup erschien als Prototyp mit Styroporteilen. Kürzlich stellte das Unternehmen eine weiterentwickelte Version des 459 vor, mit lackierter Karosserie, endgültigen Rädern und aktualisierten Türgriffen, jedoch ohne Glas, Sitze und eingebauten Motor.
Auch die versprochene Fabrik in Sooretama, Espírito Santo, kam nicht in Gang. Das Projekt sieht einen Komplex von 90.000 m² bebauter Fläche auf 420.000 m² Grundstück vor, mit einer Kapazität für 120.000 Fahrzeuge pro Jahr und der Schaffung von 1.300 Arbeitsplätzen. Bisher liegen keine bestätigten Investitionen oder erteilten Genehmigungen für den Beginn der Arbeiten vor. Die ursprüngliche Lieferprognose für Mitte 2026 wurde verschoben.
Das Unternehmen gibt an, dass der Antriebsstrang ein Flex-Hybrid sein wird, wobei ein 1,0-Turbomotor von Horse als Generator fungiert und mit einem Elektromotor mit 163 PS und 26,3 kgfm Drehmoment verbunden ist. Der Antrieb wäre elektrisch und die versprochene Autonomie würde 1.000 km erreichen. Keines der Fahrzeuge ist zugelassen und wird auch nicht produziert.
Das Unternehmen steht vor Fragen zum Vertriebsmodell
Im April stellte Lecar das Angebot von Fahrzeugen im Rahmen der Modalität „Programmierter Kauf“ ein. Die Verträge sahen die Zahlung über von der Marke selbst ausgestellte Rechnungen mit einem angekündigten Wert von 159.300 R$ für die Modelle vor. Die offizielle Seite informiert nun darüber, dass bis Ende Juni neue Konditionen bekannt gegeben werden. Die Behörden untersuchen Anzeichen für unregelmäßige Praktiken in der Verkaufsmethode des Unternehmens.
Gründer Flávio Figueiredo Assis hat Updates zu den Prototypen vorgestellt und Fortschritte bei Straßentests versprochen. Die Marke unterhält eine Website mit Informationen zu den Projekten und sucht Partnerschaften, um die Produktion zu erleichtern.
Auswirkungen auf den nationalen Fahrzeugsektor
Die Aussetzung erfolgt zu einem Zeitpunkt zunehmender Anreize für die brasilianische Automobilindustrie. Mover ersetzt frühere Programme und versucht, Investitionen in nachhaltigere Technologien wie Hybrid- und Elektrofahrzeuge anzulocken. Durch die Verpflichtung zum Nachweis von Forschung und Entwicklung soll sichergestellt werden, dass die Vorteile Unternehmen erreichen, die sich tatsächlich für die technologische Entwicklung im Land engagieren.
Lecar präsentiert sich als erster 100 % brasilianischer Hersteller von Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Das versprochene Portfolio umfasst Lösungen mit Elektroantrieb und Verbrennungsmotoren als Range Extender. Der bisherige Mangel an konkreten Lieferungen steht im Gegensatz zu den seit der Gründung angekündigten anfänglichen Ambitionen.
Technische Details zu den versprochenen Modellen
Die gezeigten Modelle zeigen ein robustes Design für den Campo-Pick-up-Truck mit einer Doppelkabine und einem Fokus auf die Ladekapazität. Das 459-Coupé hat kürzlich ästhetische Aktualisierungen erhalten, beispielsweise eine hellblaue Metallic-Lackierung. Das Unternehmen hebt Komponenten wie Batterien mit LiFePO4-Technologie und Energiemanagementsysteme hervor.
Branchenexperten verfolgen den Fall, da die Mover-Lizenz ein wichtiges Wettbewerbsdifferenzierungsmerkmal für neue Marktteilnehmer im Automobilmarkt darstellt. Eine Regulierung der Dokumentation würde es Lecar ermöglichen, wieder Zugang zu Anreizen zu erhalten und Produktionspläne voranzutreiben.