Ein freiwilliger Feuerwehrmann aus Taucha in der Region Leipzig (Deutschland) klagt gegen ein Bußgeld, das verhängt wurde, weil er bei einem Einsatz beim Überschreiten der Geschwindigkeitsbegrenzung erwischt wurde. Der Fall kommt an diesem Dienstag zur Verhandlung vor das Amtsgericht Eilenburg. Eine Entscheidung wird noch am selben Tag erwartet.
Der Vorfall ereignete sich Anfang Mai 2025. Der damals 55-jährige Ray Lange fuhr mit dem Drehscheiben-Feuerwehrauto zu einer im Bau befindlichen Grundschule. Der Feueralarm war wegen einer defekten Klimaanlage ausgelöst worden. Er aktivierte laut Protokoll Blaulicht und eine Sirene.
Im Baustellengebiet, wo die Höchstgeschwindigkeit 30 km/h betrug, wurde das Fahrzeug mit 69 km/h fotografiert. Die Stadt Taucha verhängte ein Bußgeld in Höhe von 369 Euro, zwei Punkte auf die Fahrerlaubnis und einen Führerscheinentzug für einen Monat. Der Feuerwehrmann legte Berufung ein und machte geltend, dass er von einem in der Verkehrsordnung vorgesehenen Sonderrecht für Notfälle Gebrauch mache.
Bürgermeister verteidigt Bußgeldantrag
Tauchas Bürgermeister Tobias Meier von der FDP erklärte, dass Einsatzfahrzeuge zwar Privilegien hätten, aber nicht von allen Regeln ausgenommen seien. Seiner Meinung nach ist es notwendig, Geschwindigkeit und Risiko in jeder Situation einzuschätzen. Die Stadt hielt die Strafe auch bei aktivierter Ampel und Sirene aufrecht.
Der Fall erlangte lokales Echo. Lange verließ die Freiwillige Feuerwehr nach 34 Dienstjahren. Auch andere Kollegen traten aus Protest zurück.
Die Verkehrsregeln sehen Ausnahmen vor
§ 35 der Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt es Feuerwehrleuten, Polizei und Rettungsdiensten, bestimmte Regeln zu missachten, wenn dies notwendig ist, um Leben zu retten oder schwere Schäden abzuwenden. Die Ausnahme setzt jedoch voraus, dass die öffentliche Sicherheit gewahrt bleibt.
In anderen sächsischen Städten und Landkreisen wie Plauen, Meißen und Zwickau werden Bußgelder gegen Einsatzfahrzeuge häufig nach Überprüfung des Anrufs aufgehoben. In Leipzig ist die Analyse streng, mündet aber oft in einer einfachen Warnung.
- Mehrere Feuerwehrleute verließen nach dem Vorfall die freiwilligen Reihen
- Der Alarm war falsch, verursacht durch einen Defekt in der Klimaanlage
- Der Vorfall endete ohne Verletzte oder größeren Schaden
- Das Gericht prüft, ob die Geschwindigkeit vertretbar war
Die Entscheidung könnte Präzedenzfälle schaffen
Das Urteil von diesem Dienstag stellt die Balance zwischen Dringlichkeit der Pflege und Verkehrsbeschränkungen zur Debatte. Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes kritisierte die Bestrafung und argumentierte, dass Fälle wie dieser nicht zu hohen Strafen für Freiwillige führen dürften.
Die Anhörung ist für 9 Uhr angesetzt. Feuerwehrmann und Gemeindeverwaltung warten auf das Urteil.