Gegen zwei Frauen, die auf einem Radweg anhielten, um Fotos für soziale Medien zu machen, wurde nach dem Tod eines Radfahrers in Passo Fundo im Norden von Rio Grande do Sul wegen Totschlags ermittelt. Der Unfall ereignete sich letzten Donnerstag (4) auf der Avenida Brasil Oeste im Stadtteil Boqueirão.
Der 54-jährige Radfahrer Cleocir Jorge dos Santos war auf dem für Fahrräder vorgesehenen Platz unterwegs, als er mit den beiden Fußgängern zusammenstieß. Durch den Aufprall verlor er das Gleichgewicht, stürzte auf die Straße und wurde von einem in Richtung Centro-Boqueirão fahrenden Auto überfahren.
Polizist weist auf unangemessenes Verhalten von Fußgängern hin
Die Delegierte Daniela Minetto, Leiterin der Polizeistation für Mord und Personenschutz Passo Fundo (DHPP), erklärte, dass die im Rahmen der Untersuchung analysierten Bilder Frauen zeigten, die einen exklusiven Bereich für Radfahrer auf unangemessene Weise nutzten. Sie sollten später in dieser Woche gehört werden. Ihre Identität wurde nicht bekannt gegeben, sie wohnen jedoch in Carazinho, einer Nachbargemeinde.
Nach Angaben der Zivilpolizei bestand ihr Ziel darin, Fotos für soziale Medien aufzunehmen. Die Behörde stufte das Vorgehen als völlig unangemessen ein und wies darauf hin, dass das Verhalten möglicherweise direkt zum Tathergang beigetragen habe, der zum Tod geführt habe.
Familienangehörige berichteten von ständigen Gefahren auf dem Radweg
Für Cleocircs Familienangehörige kam es bereits immer wieder zu riskanten Vorfällen mit Fußgängern auf dem Radweg. Neffe Rafael Iarchescki sagte, sein Onkel habe oft von Problemen gesprochen, etwa davon, dass er beinahe gestürzt wäre oder jemanden überfahren hätte.
Cleocir arbeitete als App-Fahrer und Schlosser. Er behielt die Gewohnheit bei, häufig Rad zu fahren, vor allem um seine Gesundheit zu schützen, und war in der Gemeinde für seinen aktiven Lebensstil bekannt.
Passo Fundo verfügt über ein 37 km langes Radwegenetz mit Herausforderungen für das Zusammenleben
Die Gemeinde verfügt über mehr als 37 Kilometer Radwegenetz, verteilt auf Alleen und Parks. In neueren Abschnitten besteht eine klare Trennung zwischen Rad- und Fußweg. In älteren Räumen wie der Avenida Brasil Oeste ist die Aufteilung nicht immer klar definiert, was das Risiko von Konflikten erhöht.
Der Stadtsekretär für öffentliche Sicherheit, Tadeu Trindade, verschärfte die Regeln: Auf Radwegen, die ausschließlich für Radfahrer bestimmt sind, müssen Fußgänger den Gehweg benutzen. Beschilderungen versuchen, Orientierung zu geben, aber die Sensibilisierung ist immer noch eine tägliche Herausforderung.
Radfahrer ergreifen Maßnahmen zur Sicherheit nach der Tragödie
Am Sonntag (8) demonstrierten Radfahrer vom Passo Fundo am Praça da Mãe, um mehr Respekt vor den Verkehrsregeln und mehr Verkehrssicherheit zu fordern. Die Veranstaltung brachte Pedalgruppen, die Familie des Opfers und Unterstützer zusammen und forderte Aufklärung, um zu verhindern, dass sich der Fall wiederholt.