Eine aktuelle Studie entdeckte ein unsichtbares Objekt namens Phoebe, das in einem etwa einstündigen Ereignis nahe der Milchstraße vorbeizog. Es könnte sich um ein ursprüngliches Schwarzes Loch im Halo der Galaxie oder um einen Schurkenplaneten in der nahegelegenen Großen Magellanschen Wolke handeln.
Astronomen entdeckten etwas Unsichtbares und Unbekanntes, das mit sehr hoher Geschwindigkeit den Rand der Milchstraße überquerte. Das Phoebe genannte Phänomen dauerte nur etwa eine Stunde und wird als eines der schnellsten und masseärmsten Signale beschrieben, die jemals in der Geschichte der Astronomie entdeckt wurden.
Die Erkennung erfolgte mit einer in Chile installierten hochauflösenden Kamera, die etwa 60 Minuten lang die Helligkeit eines Sterns erfasste, die gleichmäßig und symmetrisch zunahm. Das Objekt ist so schwach, dass es nicht direkt gesehen werden konnte: Wissenschaftler bemerkten seinen Durchgang nur durch die Wirkung seiner Schwerkraft auf Licht, ein Phänomen, das als Gravitationsmikrolinse bezeichnet wird. Die Hypothesen reichen von einem ursprünglichen Schwarzen Loch bis zu einem wandernden Planeten.
Wie Phoebe in der Nähe der Milchstraße entdeckt wurde
Wenn er sich in der Großen Magellanschen Wolke befindet, könnte Phoebe ein Schurkenplanet mit einer Masse sein, die viel größer als Jupiter ist.
Der Vorfall ereignete sich im Dezember 2019, als ein internationales Team die DECam-Kamera nutzte, die am Vier-Meter-Blanco-Teleskop am Cerro Tololo-Observatorium in Chile installiert war.
Fünf Nächte lang fotografierten Forscher jede Minute rund 10 Millionen Sterne in der Großen Magellanschen Wolke und suchten nach kleinen Helligkeitszuwächsen, die auf den Durchgang eines unsichtbaren Objekts hinweisen würden. So fanden sie Phoebe in einer einzigen Nacht.
Die Veranstaltung erfolgte schnell und wiederholte sich nicht. Laut der Studie, die in der Zeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (MNRAS) veröffentlicht wurde und von der Forscherin Renee Key geleitet wurde, handelt es sich um eines der schnellsten Mikrolinsensignale mit der geringsten Masse, die jemals aufgezeichnet wurden, mit einer charakteristischen Dauer von etwa 60 Minuten.
Der Name Phoebe kommt nicht umsonst: Er vereint die englischen Akronyme für „Free Floating Planet“ und „Primordial Black Hole“, genau die wichtigsten Hypothesen darüber, was die Außenbezirke der Milchstraße durchquerte.
Ein ursprüngliches Schwarzes Loch im Halo der Milchstraße?
Die statistische Analyse gibt einen starken Hinweis. Nach Angaben der Autoren ist es fünf Größenordnungen oder etwa 100.000 Mal wahrscheinlicher, dass das Objekt zum Halo aus dunkler Materie der Milchstraße gehört als zum Sterninhalt unserer oder einer benachbarten Galaxie.
Daher lautet die Haupthypothese, dass Phoebe ein urzeitliches Schwarzes Loch ist, das von Wissenschaftlern als der beste Kandidat angesehen wird, der jemals für diese Art von Objekt gefunden wurde.
Ein ursprüngliches Schwarzes Loch ist ein hypothetisches Objekt, das in den ersten Augenblicken des Universums, direkt nach dem Urknall, entstanden wäre und nicht durch den Zusammenbruch eines Sterns. Er ist einer der führenden Kandidaten für die Erklärung der mysteriösen Dunklen Materie.
In diesem Szenario hätte Phoebe eine Masse, die etwa dem Dreifachen der unseres Mondes oder nur dem 0,032-fachen der Masse der Erde entspricht, und wäre eines der ältesten jemals entdeckten Objekte, das Milliarden von Jahren im Dunkeln wandert.
Oder ein abtrünniger Planet in der Großen Magellanschen Wolke?
Nach Informationen des NSC-Portals gibt es jedoch eine alternative Erklärung. Wenn sich Phoebe in der Großen Magellanschen Wolke befindet, einer benachbarten Galaxie, die etwa 163.000 Lichtjahre entfernt ist, wäre ihre Masse viel größer, etwa 0,1-mal so groß wie die unserer Sonne.
In diesem Fall könnte es sich um einen wandernden Planeten handeln, also um eine Welt, die keinen Stern umkreist und alleine durch den Weltraum wandert, oder um ein massearmes Objekt.
Auch diese Möglichkeit wäre historisch. Sollte Phoebe als wandernder Planet in der Großen Magellanschen Wolke bestätigt werden, wäre sie der erste extragalaktische Exoplanet, der mit dieser Methode entdeckt wurde.
Der entscheidende Hinweis ist die Dauer des Ereignisses: Je leichter das Objekt, desto schneller kreuzt es die Sichtlinie und desto kürzer ist der Blitz, der den Wissenschaftlern hilft, abzuschätzen, welchem Szenario es sich nähert.
Warum es schwer zu bestätigen ist und warum es wichtig ist
Das große Problem besteht darin, dass Mikrolinsen-Ereignisse wie dieses nicht noch einmal passieren, was es nahezu unmöglich macht, Phoebes Natur mit Sicherheit zu bestätigen.
Bevor das Team Hypothesen aufstellen konnte, musste es Geräteausfälle, Sternexplosionen und Kontaminationen durch andere Sterne ausschließen. Trotzdem handelt es sich immer noch um eine einzelne Episode, die etwa eine Stunde lang in der Nähe der Milchstraße beobachtet wird.
Es lohnt sich, vorsichtig zu sein: Ursprüngliche Schwarze Löcher galten lange Zeit als Randidee und sind wieder in Mode gekommen, da die Suche nach Dunkler Materie unbeantwortet bleibt, aber konkrete Beweise für ihre Existenz sind immer noch rar.
Andererseits berichtete ein japanisches Team kürzlich über zwölf ähnliche Ereignisse in Richtung der Andromeda-Galaxie, von denen einige möglicherweise durch ähnliche Objekte im Halo der Milchstraße verursacht wurden.
Wenn dies bestätigt wird, könnte Phoebe helfen zu verstehen, woraus dunkle Materie besteht, sei es als Schurkenplanet oder als uraltes urzeitliches Schwarzes Loch.
Ein unsichtbares Objekt, das die Milchstraße durchquert, das entweder ein Schwarzes Loch aus der Urzeit oder ein Schurkenplanet sein könnte, ist ein Rätsel, das zeigt, wie viel es im Universum noch zu entdecken gibt.