Die iranischen Behörden haben ihre Position gegen Demonstrationen zur Unterstützung der LGBT+-Sache während der Weltmeisterschaft 2026 verstärkt. Der Minister für Sport und Jugend, Ahmad Donyamali, erklärte, dass Trainer Amir Ghalenoei verpflichtet sei, das Spiel zu unterbrechen, wenn Fans Flaggen oder als „inoffiziell“ geltende Gegenstände mit ins Stadion nehmen.
Die Warnung konzentriert sich auf das Spiel der dritten Runde der Gruppe G, das für den 27. Juni in Seattle gegen Ägypten geplant ist. Die amerikanische Stadt definierte das Spiel als „Pride Match“, da es mit dem Wochenende der lokalen LGBT+-Feierlichkeiten zusammenfiel. Fanorganisationen planen, Diversity-Flaggen ins Stadion zu bringen, was bei den Verbänden beider Länder zu einer Reaktion führte.
Vorherige Anfrage an die FIFA und Spannungen in Gruppe G
Verbände aus dem Iran und Ägypten hatten bereits Briefe an die FIFA geschickt, in denen sie die Unterbindung jeglicher Aktivitäten im Zusammenhang mit der LGBT+-Sache im Duell forderten. Die Agentur Reuters und iranische Medien bestätigten die Aussagen von Donyamali, der die Artikel als mögliche „Slogans gegen die Nationalmannschaft“ betrachtete. Ihm zufolge würde der technische Kommandant für jede Unterbrechung verantwortlich gemacht werden.
Der Fall trägt zu weiteren Kontroversen bei, die die iranische Delegation in dem von den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ausgerichteten Wettbewerb betreffen. Kürzlich wurde Außenverteidiger Omar Artan die Einreise in die USA trotz eines Diplomatenpasses verweigert, was die Diskussionen über Visa und Sicherheit für das Team ausweitete.
Kontext strenger Gesetze und Geschichte der Proteste
Im Iran gelten eines der strengsten Gesetze der Welt gegen die LGBT+-Bevölkerung, mit Strafen, die bis zur Todesstrafe reichen können. Dies erklärt die Sensibilität des Landes gegenüber Symbolen der Vielfalt bei internationalen Sportveranstaltungen. Auch Aktivitäten zur Förderung von Homosexualität während des Turniers lehnt Ägypten öffentlich ab.
Die Bezeichnung „Pride Game“ wurde von den örtlichen Organisatoren vor der Auslosung der Schlüssel festgelegt. Trotz der Konfrontation zwischen zwei Gruppen von Nationen, die Homosexualität kriminalisieren, hält das Seattle-Komitee an seinen Feierplänen fest, einschließlich der Verteilung von Flaggen und Veranstaltungen in der ganzen Stadt. Bisher hat sich die FIFA nicht offiziell zu konkreten Interventionen für dieses Spiel geäußert.
Was sich in der Praxis für das Turnier ändert
Eine mögliche Unterbrechung aufgrund einer technischen Entscheidung würde einen schwerwiegenden Präzedenzfall in der Geschichte der Weltmeisterschaft schaffen. Das FIFA-Protokoll sieht vor, dass Spiele nur in Ausnahmefällen wegen Sicherheits- oder Spielfeldeinbrüchen unterbrochen werden und ein einseitiges Vorgehen einer Mannschaft zu schwerwiegenden Disziplinarstrafen wie Punktverlust oder Ausscheiden führen kann.
Die Folge unterstreicht auch den kulturellen Schock, der mit der Austragung der Weltmeisterschaft in einem Land mit einer starken Präsenz von LGBT+-Gemeinschaften wie den Vereinigten Staaten einhergeht, während mehrere teilnehmende Teams aus Ländern kommen, in denen gesetzliche Beschränkungen zu diesem Thema gelten.