James Webb enthüllt ungewöhnliches Methan und CO2 im Kometen 3I/ATLAS, was den Ursprung außerhalb des Sonnensystems bestätigt

Zum ersten Mal in der Geschichte ist es Wissenschaftlern gelungen, eine detaillierte chemische Analyse eines Objekts außerhalb unseres Sonnensystems zu erhalten. Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) hat Methan, Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf im Kometen 3I/ATLAS entdeckt und dabei Gasanteile entdeckt, die den bekannten Mustern der Kometenbildung in unserer kosmischen Nachbarschaft widersprechen. Diese im Dezember 2025 gewonnenen Erkenntnisse liefern neue Hinweise auf die Zusammensetzung und Herkunftsumgebung interstellarer Besucher.
Die erste spektroskopische Analyse eines interstellaren Objekts
Komet 3I/ATLAS ist das dritte Objekt extrasolaren Ursprungs, das nachweislich unser System durchquert, und tritt damit in die Fußstapfen von ‘Oumuamua (2017) und 2I/Borisov (2019). Der große Unterschied war dieses Mal jedoch James Webbs Fähigkeit, eine spektroskopische Charakterisierung im mittleren Infrarotbereich durchzuführen. Das MIRI-Instrument (Mid-Infrared Instrument) des Teleskops ermöglichte es Forschern, einen beispiellosen chemischen „Fingerabdruck“ des Kometen zu erfassen.
Methan und Kohlendioxid in überraschenden Anteilen
Beobachtungen, die James Webb zwischen dem 15. und 16. Dezember und erneut am 27. Dezember 2025 durchführte, identifizierten Wasserdampf, Methan und Kohlendioxid in der Nähe des Kerns des Kometen 3I/ATLAS. Der faszinierendste Aspekt dieser Entdeckungen war das Verhältnis von Methan zu CO2 im Vergleich zu Wasser, das bei Kometen mit Ursprung im Sonnensystem deutlich höher war als die Norm. Dieses chemische Ungleichgewicht ist ein starker Beweis für die Theorie, dass 3I/ATLAS in einem Planetensystem entstanden ist, das sich von unserem völlig unterscheidet.

Wie die Hitze der Sonne „verborgene“ Gase enthüllte
Die Analyse von Substanzen in sich bewegenden Himmelsobjekten erfordert modernste Technologie. Das MIRI-Instrument von James Webb nutzt die Absorption und Reflexion von Licht verschiedener Wellenlängen, um bestimmte Verbindungen zu identifizieren. Im Fall von 3I/ATLAS wurde Wasserdampf jenseits des Kerns beobachtet, der aus dem Schmelzen von Eiskörnern entstand, die während der Annäherung des Kometen der Sonnenwärme ausgesetzt waren. Vor allem die Identifizierung von Methan ist eine Premiere für einen interstellaren Besucher. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Gas unter Eisschichten tief im Inneren des Kometen eingeschlossen war und erst freigesetzt wurde, als die Hitze der Sonne, die das Eis schmolz, es ermöglichte, auszutreten und für die Sensoren des Teleskops erkennbar zu werden.
Die Bedeutung der chemischen Zusammensetzung für das Verständnis kosmischer Ursprünge
Der Nachweis von Methan, Kohlendioxid und Wasserdampf in einem Kometen ist nicht neu, da auch Kometen aus unserem eigenen Sonnensystem diese Elemente enthalten. Die Besonderheit von 3I/ATLAS liegt in seinen ungewöhnlichen Proportionen im Verhältnis zum Wasser. Dieser Unterschied ist nicht nur eine Kuriosität, sondern ein direkter Einblick in die Entstehungsbedingungen anderer Sternensysteme. Die Zusammensetzung eines Kometen dient als Fossilienbestand und spiegelt die Temperaturen, Dichten und chemischen Häufigkeiten der Umgebung wider, in der er vor Milliarden von Jahren entstand. Durch die Analyse dieser anomalen Verhältnisse erhalten Wissenschaftler konkrete Daten über die Chemie anderer Sternkindergärten, die bisher nur theoretische Spekulationen waren.
Die JUICE-Sonde beobachtete auch den Kometen vor seinem Abflug
Das James-Webb-Teleskop war nicht das einzige, das die 3I/ATLAS-Passage nutzte. Auch die JUICE-Sonde (JUpiter ICy Moons Explorer) der Europäischen Weltraumorganisation, deren Hauptaufgabe die Untersuchung der Eismonde des Jupiter ist, befand sich im November 2025 in einer günstigen Position, um den Kometen vor seiner größten Annäherung an die Sonne zu beobachten. Fünf wissenschaftliche JUICE-Instrumente wurden aktiviert, um Bilder, Spektren und Messungen aufzuzeichnen. Die ESA bestätigte, dass sich ein Teil dieser Ergebnisse, die im Februar 2026 zur Erde übermittelt wurden, noch in der Verarbeitungsphase befindet. Es wird erwartet, dass durch die Analyse von Daten verschiedener Instrumente auch nach seinem endgültigen Austritt aus dem Sonnensystem weiterhin neue Entdeckungen über den Kometen 3I/ATLAS gemacht werden.




