Ein spanischer Staatsbürger wurde von der Bundespolizei am internationalen Flughafen Guarulhos in São Paulo wegen des Verdachts der Rassenbeleidigung festgenommen. Die Festnahme erfolgte am vergangenen Mittwoch, dem 24. Juni 2026, beim Aussteigen eines Fluges, der von São Luís in Maranhão abflog.
Der Vorwurf entstand, nachdem die Frau diskriminierende Bemerkungen gemacht hatte und behauptete, die Verzögerung bei der Auslieferung des Gepäcks sei darauf zurückzuführen, dass „draußen nur Affen waren“, und bezog sich damit auf die für den Service verantwortlichen Mitarbeiter.
Angesichts der Ernsthaftigkeit der Lage wurde sofort die Bundespolizei gerufen und der Passagier festgenommen. Nach Berichten anderer Passagiere, die sich direkt beleidigt fühlten, richtete sich der Verdächtige mit den rassistischen Beleidigungen gezielt gegen die Arbeiter, die für das Entladen des Gepäcks aus dem Flugzeug verantwortlich waren.
In einer offiziellen Mitteilung teilte die Fluggesellschaft Latam mit, dass die Zeit, die Passagiere zum Aussteigen von Flug LA3613 (São Luís-Guarulhos) benötigen, verlängert wurde. Die Verzögerung entstand, weil zu diesem Zeitpunkt keine überdachten Treppen zur Verfügung standen, ein wesentlicher Faktor, um die Sicherheit der Kunden angesichts der heftigen Regenfälle in der Hauptstadt São Paulo zu gewährleisten. Das Unternehmen garantierte außerdem, dass es Kunden, die ihre Verbindung verloren haben, die nötige Hilfe leistet.
Latam betonte ausdrücklich, dass es keine Rechtfertigung für Aggressionen gegen seine Mitarbeiter durch einen Kunden an Bord gebe. Daher wurde die Bundespolizei nach Bekanntwerden des Vorfalls gerufen, um den Ausstieg des betroffenen Passagiers zu überwachen.
Darüber hinaus bekräftigte die Fluggesellschaft, dass die Sicherheit von Passagieren und Mitarbeitern absolute Priorität hat, und implementierte alle technischen und betrieblichen Maßnahmen, um eine sichere Reise zu gewährleisten. Latam verurteilte außerdem jede Manifestation von Rassismus oder Diskriminierung aufs Schärfste.
In Brasilien wird rassistische Beleidigung als Verletzung der Ehre einer Person unter Verwendung von Elementen im Zusammenhang mit Rasse, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Herkunft definiert. Dieses Verbrechen kann zusätzlich zu einer Geldstrafe mit einer Gefängnisstrafe von 2 bis 5 Jahren geahndet werden. Seit 2023 setzt die brasilianische Gesetzgebung rassistische Beleidigungen mit dem Verbrechen des Rassismus gleich und macht sie damit strafbar und unverjährbar. Diese Gesetzesänderung zeigt eine erhöhte Strenge bei der Bekämpfung von Vorurteilsdelikten und zielt darauf ab, die Bestrafung und Abschreckung dieser Verhaltensweisen in der Gesellschaft zu stärken.

