Eine digitale Plattform, die entwickelt wurde, um den Aufenthaltsort von Personen nach den jüngsten Erdbeben in Venezuela zu überwachen, hatte bis Donnerstagnachmittag bereits 41.000 Vermisste registriert (25).
Die Zählung, die auf Angaben der Bevölkerung selbst basiert, ist zwar nicht offiziell, verdeutlicht aber das enorme Ausmaß der Zerstörung durch die Erdbeben der Stärke 7,5 und 7,2, die das Land in der Nacht zum Mittwoch erschütterten. Im Gegensatz dazu deuten offizielle Daten der venezolanischen Regierung bisher auf mehr als 180 Todesopfer und Hunderte Verletzte hin.
Das elektronische Portal wurde von Mitgliedern der venezolanischen politischen Opposition eingerichtet und listete am Donnerstag um 17.20 Uhr brasilianischer Zeit bereits mehr als 41.000 Namen vermeintlich vermisster Personen auf.
Es besteht die Erwartung, dass sowohl die Registrierung vermisster Personen als auch die offizielle Zahl der Toten und Verletzten noch deutlich zunehmen wird. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Erdstöße zum Einsturz zahlreicher Gebäude und Wohnhäuser in verschiedenen Teilen des Territoriums führten, und zwar genau zu der Zeit, als die Mehrheit der Venezolaner in ihren Häusern war und einen Nationalfeiertag genoss. Rund 500 Rettungsteams sind seit Mittwochnacht im Einsatz und suchen unter den Trümmern nach Überlebenden.
Details zum „doppelten“ Erdbeben in Venezuela und seinen Auswirkungen auf Brasilien
Der United States Geological Survey (USGS), eine Einrichtung mit Fachkenntnissen in seismischen Phänomenen, schätzte, dass die Gesamtzahl der Todesopfer durch die Erdbeben die Marke von 10.000 Menschen erreichen könnte, da die Such- und Rettungsaktionen im ganzen Land fortgesetzt werden.
Folgen starker Erschütterungen in Venezuela
Die venezolanische Regierung meldete das Auftreten von mindestens 30 seismischen Nachbeben in den Stunden nach den Hauptbeben. Solche Nachbeben wurden sogar an mehreren Orten im Norden Brasiliens beobachtet.
- Nachbeben bestehen aus Erschütterungen geringerer Intensität, die auf ein Erdbeben großer Stärke folgen.
Die beiden größten seismischen Ereignisse ereigneten sich im Abstand von weniger als einer Minute und führten zum Einsturz von Gebäuden und Wohnhäusern sowohl in der Hauptstadt Caracas als auch in anderen städtischen Gebieten des venezolanischen Territoriums.

