Jüngste Daten des Gesundheitsinstituts Carlos 3º in Madrid deuten darauf hin, dass mindestens 212 Todesfälle in Spanien, die zwischen letztem Sonntag (21) und Mittwoch (24) auftraten, möglicherweise mit der starken Hitzewelle zusammenhängen, die das Gebiet in den letzten Tagen heimgesucht hat. Die Behörden untersuchen nun die genauen Auswirkungen dieser hohen Temperaturen auf die Gesundheit der Bevölkerung.
Diese Schätzungen werden mithilfe von MoMo (Mortality Monitoring) berechnet, einem System, das täglich Informationen über die Zahl der Todesfälle auf spanischem Territorium sammelt. Es berechnet die Abweichung zwischen beobachteter und erwarteter Sterblichkeit auf der Grundlage historischer Aufzeichnungen und bietet einen Überblick über atypische Ereignisse. MoMo ist für die schnelle Reaktion der öffentlichen Gesundheitspolitik von entscheidender Bedeutung und ermöglicht die Identifizierung von Spitzen bei Todesfällen, die mit bestimmten Faktoren wie extremen Wetterphänomenen verbunden sind.
Höchsttemperaturrekorde für den Monat Juni
Für seine Analysen berücksichtigt das MoMo-System auch Temperaturdaten der State Meteorological Agency (Aemet).
Nach Angaben von Aemet stand am Donnerstag (25.) kein Gebiet in Spanien unter orangefarbener oder roter Hitzewarnung.
Am vergangenen Montag (22) herrschten in Spanien durchschnittliche 28,17°C und am Dienstag (23) 28,08°C. Nach Angaben von Aemet waren dies die heißesten Tage im Juni, die im Land seit 1950 registriert wurden. Das Wiederauftreten dieser Rekorde verdeutlicht einen besorgniserregenden Trend steigender Durchschnittstemperaturen.
Nach Angaben der spanischen Wetterbehörde galt der Juni 2025 bereits im Vorjahr als der heißeste, der je dokumentiert wurde. Das Gesundheitsministerium des Landes berichtete, dass im Zeitraum vom 16. Mai bis 30. September 2025 insgesamt 3.832 Todesfälle offiziell auf extreme Hitzebedingungen zurückgeführt wurden.
Spanien, eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen europäischen Länder, hat bereits in der Vergangenheit hohe Temperaturen erlebt. Allerdings war das Land in den letzten Jahren mit einer deutlichen Zunahme der Hitzewellen konfrontiert, die während der Sommersaison häufiger und in kürzeren Abständen auftreten.

