Vertrauen Sie Methoden, die sportliche Ergebnisse vorwegnehmen, insbesondere wenn diese bereits erfolgreich waren? Der Ökonom Joachim Klement hat 2014 ein auf Ökonometrie basierendes Tool entwickelt, um das Ergebnis jeder Ausgabe der Weltmeisterschaft zu prognostizieren. Zu seiner Erfolgsbilanz gehört auch der Erfolg der letzten drei Gewinner.
Ein am 9. April, noch vor Beginn der aktuellen Weltmeisterschaft, veröffentlichter Artikel stellte Klements Prognose vor: Brasilien und Japan würden im Achtelfinale gegeneinander antreten, wobei die japanische Mannschaft überraschend siegen würde.
Klements System berechnet die Chancen einer Mannschaft, Meister zu werden, anhand verschiedener für den Fußball unkonventioneller Faktoren wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf, der Bevölkerungsgröße und sogar der Temperatur. Ein solcher Ansatz spiegelt einen wachsenden Trend in der Sportanalyse wider, bei dem auch Off-Field-Metriken einbezogen werden, um Erkenntnisse zu gewinnen, obwohl viele immer noch das Unvorhersehbare des Spiels bevorzugen.
Klement verrät jedoch, dass die Schaffung des Modells eine Übung in Demut war. „Ursprünglich sollte das eine Übung in Demut sein, um der Welt zu zeigen, wie dumm und unzuverlässig Wirtschaftsmodelle sind“, sagte der Ökonom. Er scherzt, dass das „Schlimmste“ passiert sei: Er habe den Champion einmal, zweimal und dann ein drittes Mal getroffen.
Trotz der Erfolge in Bezug auf den Meister erkennt der Analyst Mängel bei anderen Prognosen, etwa bei K.-o.-Spielen und der Platzierung in der Gruppenphase. Der Deutsche selbst warnt davor, Prognosen zu ernst zu nehmen: „Wenn man nach diesem System Geld auf die Fußball-WM setzt, kann einem niemand helfen, und man darf sich nicht wundern, wenn man Geld verliert.“
„Economist“ beschreibt detailliert das Szenario, dass Brasilien als großer Außenseiter bei der Weltmeisterschaft ausscheidet
Die Niederlage Brasiliens gegen Japan im Achtelfinale bezeichnet Klement als „eine der größten Überraschungen in der Geschichte der Weltmeisterschaft“. Der Ökonom nimmt die Reaktionen bereits vorweg: „Bei vielen Lesern höre ich schon das Staunen.“
Scherzhaft erinnert sich Klement an das Halbfinale 2014, als er den Sieg Deutschlands über Brasilien vorhersagte. „2014 haben Sie mir nicht geglaubt, als ich gesagt habe, dass Deutschland gewinnen würde“, erinnert er sich und erwähnt das Spiel im Mineirão-Stadion in Belo Horizonte am 8. Juli dieses Jahres.
Für das große Finale des Turniers erwartet Klement eine weitere „Überraschung“: Die Niederlande würden Meister werden und im Finale auf Portugal treffen. Er weist darauf hin, dass normalerweise keines der Teams als Favoriten auf den Weltmeistertitel gilt.
Der Experte garantiert, dass die Welt am Ende des Wettbewerbs einen neuen Weltmeister haben wird. Allerdings ist er selbst der Ansicht, dass es keine Garantie dafür gibt, dass das Endspiel ein Spektakel auf hohem Niveau wird.

