Die Tennisspielerin Emma Raducanu beendete ihre Trainingseinheit für Wimbledon vorzeitig und sagte anschließend eine geplante Pressekonferenz ab, was die Befürchtungen um ihre körperliche Verfassung verstärkte.
Der britische Athlet, der führende Name im lokalen Tennis, äußerte erneut Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verletzung, nachdem er am Mittwochabend beim Tragen eines orthopädischen Stiefels erwischt worden war.
Nach zwei Tagen ohne Aktivitäten am Donnerstag und Freitag kehrte Raducanu am Samstag auf den Platz zurück und absolvierte eine zweistündige Trainingseinheit. Die Sitzung fand zunächst im Aorangi Park im All England Club und dann auf Court Three statt, wo sie mit der russischen Tennisspielerin Anna Kalinskaya spielte.
Die Spielerin begann mit dem Training mit einem Band, das ihren rechten Knöchel und einen Teil ihres Unterschenkels bedeckte, konnte die ersten anderthalb Stunden der Aktivität jedoch ohne Komplikationen absolvieren.
Es wurde jedoch festgestellt, dass sie den Ball überwiegend aus demselben Bereich des Spielfelds angriff, und die Situation wurde besorgniserregend, als sie begann, effektiv gegen Kalinskaya um Punkte zu kämpfen.
Die Tennisspielerin hatte Probleme mit ihrem Aufschlag und hatte am Ende einen 0:4-Rückstand gegen die russische Athletin, die derzeit auf Platz 20 der Weltrangliste liegt. Seine Haltung und Gespräche mit Trainer Andrew Richardson signalisierten deutliche Unzufriedenheit.
Während des nächsten Spiels entschied sich Raducanu, die Sitzung abrupt zu beenden, zehn Minuten vor der geplanten Zeit. Nachdem sie Kalinskaya mit einer Umarmung begrüßt hatte, verließ sie schnell den Gerichtssaal.
Der 23-jährige Raducanu sollte am Samstagnachmittag eine Pressekonferenz geben, doch zwanzig Minuten nach Trainingsende wurde bekannt gegeben, dass seine Aussage auf Sonntag verschoben würde.
Ungewissheit herrscht nun über ihre Teilnahme am Eröffnungsspiel, das am Montag um 13 Uhr gegen die Kroatin Antonia Ruzic stattfinden soll. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob sie vor Gericht bestehen kann.
Sollte sich die Tennisspielerin vom Wettbewerb zurückziehen müssen, wäre das ein weiteres Hindernis in ihrer Saison, die bereits von Unregelmäßigkeiten geprägt war, darunter einer zweieinhalbmonatigen Abwesenheit im Frühjahr aufgrund einer postviralen Erkrankung.
In seiner Karriere gab es in jüngster Zeit Anzeichen einer Erholung: Nach der Wiedereinstellung von Andrew Richardson, dem Trainer, mit dem er die US Open gewann, erreichte Raducanu erst vor zwei Wochen das Finale des Queen’s Club und zeigte damit einen Moment des Aufstiegs, der nun von neuen Sorgen überschattet wird.
Seit dem Finale im Queen’s Club hat Raducanu jedoch keine Spiele mehr bestritten, was die Diskussionen über seine Verletzungsanfälligkeit und die ständige körperliche Zerbrechlichkeit, die seine Karriere geprägt hat, neu entfacht.

