Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Beherrschung mehrerer Sprachen die Jugend des Gehirns verlängern kann. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass der Alterungsprozess des Gehirns umso stärker verzögert wird, je mehr Sprachen eine Person beherrscht, wodurch die kognitiven Funktionen effektiver erhalten bleiben.
Die Schlussfolgerungen wurden von einem Expertenteam des Baskischen Zentrums für Kognition, Gehirn und Sprache in Spanien veröffentlicht. Wissenschaftler präsentierten die Ergebnisse auf einem von der European Union of Neuroscience Societies veranstalteten Forum und erläuterten detailliert den Zusammenhang zwischen mehrsprachigem Leben und komplexer Gehirnkonnektivität.
Mehr zum Thema: Studie zeigt: Kurze Mittagsschläfchen verändern das Gehirn und verbessern das Lernen
Um das Gehirnalter zu messen, verwendeten die Forscher Techniken der Magnetenzephalographie (MEG) in Kombination mit künstlicher Intelligenz. Die Daten zeigten, dass das Gehirnalter zweisprachiger Menschen schätzungsweise sechs Jahre jünger war, während dreisprachige Menschen einen Vorsprung von sieben Jahren gegenüber denen hatten, die nur eine Sprache sprachen.
Das beeindruckendste Ergebnis wurde bei Personen beobachtet, die vier Sprachen beherrschten: Die Gehirnalterung verzögerte sich in diesen Fällen um unglaubliche 13 Jahre, was einen erheblichen Einfluss der Mehrsprachigkeit zeigt.
Wissenschaftler erklärten, dass die Anti-Aging-Vorteile am offensichtlichsten sind, wenn das Erlernen einer zweiten Sprache in einem frühen Alter beginnt und die Sprachkompetenz hoch ist. Diese Bedingungen verstärken die schützende Wirkung auf die graue Substanz.
Dies deutet darauf hin, dass das Geheimnis zur Verlangsamung der Gehirnalterung nicht nur in der Beherrschung einer Fremdsprache liegt, sondern auch in der Tiefe und Beständigkeit des Eintauchens und der Sprachpraxis während des gesamten Lebens, wodurch verschiedene Bereiche des Gehirns kontinuierlich aktiviert werden.
Obwohl in der Studie Variablen wie das Bildungsniveau berücksichtigt wurden, betonten die Forscher, dass externe Faktoren wie ein gesunder Lebensstil vieler mehrsprachiger Sprecher nicht vollständig als Einflussfaktoren ausgeschlossen werden können. Dennoch bekräftigen Experten die grundlegende Bedeutung des kontinuierlichen Sprachenlernens als wirkungsvolle Strategie zum Schutz der kognitiven Gesundheit des Gehirns.

