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SpaceX schickt Starship am 22. September in die Erdumlaufbahn

Starship - X
Starship - X

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX startet am 22. September 2026 von der Basis Starbase im Süden von Texas den ersten Versuch, sein Raumschiff Starship in eine geschlossene Erdumlaufbahn zu befördern. Mit der Zündung der Triebwerke im US-Bundesstaat Texas leitet das Unternehmen von Elon Musk einen Testflug ein, bei dem die obere Raketenstufe nach der Trennung vom Booster Super Heavy den Planeten auf einer Höhe von 275 Kilometern sechsmal umrunden soll.

Das Startfenster umfasst 75 Minuten.

Die Countdown-Prozeduren beginnen um 9:15 Uhr nach der offiziellen Zeit in Brasília. Bei diesem Einsatz handelt es sich um den 14. Testflug der Raketenkombination, die zusammen mit der ersten Stufe eine Gesamthöhe von 124 Metern erreicht. SpaceX will mit diesem Schritt demonstrieren, dass das Transportsystem reguläre Bahnmanöver jenseits rein suborbitaler Flüge beherrscht.

Das Trägersystem feierte im Jahr 2023 seine Premiere und absolvierte seitdem 13 vollständige Testmissionen. Bisher beschränkten sich sämtliche Flüge auf kurze ballistische Flugbahnen ohne orbitalen Einschuss.

Nun soll die obere Stufe namens Ship einen stabilen Erdorbit erreichen, bevor die Ingenieure das Bremsmanöver für den Wiedereintritt freigeben. In einer offiziellen Erklärung betonte SpaceX: „Chegando à órbita, a próxima fase do desenvolvimento da Starship para ser totalmente e rapidamente reutilizável poderá começar“. Dieser Meilenstein entscheidet über den weiteren Zeitplan des Raumfahrtprogramms für die kommenden Jahre.

Geplante Flugroute führt sechsmal um die Erde

Das Flugprofil für die Mission im September sieht eine deutlich längere Verweildauer im Weltraum vor als bei allen bisherigen Versuchen an der texanischen Küste. Das Raumschiff Ship soll die Erde in 275 Kilometern Höhe sechsmal komplett umkreisen und dabei präzise Steuerungsdaten an die Bodenstation übermitteln.

Frühere Tests dauerten typischerweise rund 65 Minuten und führten nicht um den gesamten Globus herum. Das Raumfahrzeug stürzte damals stets kontrolliert in das Wasser des Indischen Ozeans unweit der Küste von Westaustralien. Die neue Route verlangt nun komplexe Zündungen im Vakuum des Weltalls, um Lage und Höhe über viele Stunden stabil zu halten. Die Flugkontrolle überwacht alle Telemetriewerte während der Erdumkreisungen lückenlos.

Der Booster Super Heavy trennt sich wenige Minuten nach dem Verlassen der Rampe von der oberen Stufe und steuert eine Landezone im Golf von Mexiko an, wo er rund sieben Minuten nach dem Abheben auf der Wasseroberfläche aufsetzt. Die obere Stufe Ship setzt ihre Reise durch den Weltraum eigenständig fort und leitet nach zehn Stunden das finale Manöver ein.

Die Wasserung erfolgt im Pazifischen Ozean westlich von Chile.

Starlink-Satelliten der dritten Generation reisen als Fracht mit

Der 14. Flug transportiert erstmals eine operative Nutzlast im Frachtraum des 124 Meter hohen Raketensystems. SpaceX platziert 26 Einheiten des Typs Starlink V3 in der niedrigen Erdumlaufbahn, um das weltweite Kommunikationsnetz zu verstärken. Diese neuen Apparate sollen die Bandbreite und Ausfallsicherheit des Satellitennetzwerks deutlich steigern.

  • Insgesamt 26 Starlink-Satelliten der dritten Generation befinden sich in der Ladebucht von Starship.
  • Drei dieser Einheiten tragen hochauflösende Spezialkameras an ihrer Außenstruktur zur visuellen Überwachung.
  • Die Aufnahmen dokumentieren das Aussetzen der Fracht und den Zustand der Hitzeschutzkacheln beim orbitalen Flug.

Die Kameras filmen direkt die Außenhaut des Raumschiffs Ship während des gesamten Trennungsvorgangs. Ingenieure im Kontrollzentrum analysieren diese Videodaten, um die Belastungen des Hitzeschilds beim Aufstieg detailliert zu bewerten.

Die Ergebnisse fließen direkt in die Entwicklung nachfolgender Schiffe ein.

Starship – X/SpaceX

Fangvorrichtung am Startturm bleibt während der Landung ungenutzt

SpaceX verzichtet bei diesem Start auf den Einsatz der beweglichen Fangmechanismen an der Startbasis Starbase. Die metallischen Greifarme am Turm bleiben in Texas während der Landephase vollständig abgeschaltet, da die Verantwortlichen das Risiko einer schweren Beschädigung der Bodensysteme als zu hoch einstuften.

Elon Musk verwarf frühere Pläne für einen Fangversuch des Ship-Modells bei diesem Flug, um die Startinfrastruktur im Süden von Texas vor Trümmern einer möglichen Explosion zu bewahren. Ein Ausfall der Bodenstation würde das Testprogramm um Monate zurückwerfen.

Der Super-Heavy-Booster geht ebenfalls direkt im Golf von Mexiko nieder, indem seine Triebwerke kurz vor dem Kontakt mit dem Wasser bremsend zünden. Dieses Vorgehen entspricht exakt den erfolgreichen Bergungsversuchen vergangener Missionen im selben Seegebiet.

Kostensenkung und Anlagenschutz bestimmten diesen Beschluss.

Technische Nachbesserungen beseitigen Probleme vergangener Einsätze

Das für den 22. September 2026 vorbereitete Raumfahrzeug erhielt umfangreiche Modifikationen an Software und Steuerungselektronik. Während des 13. Testflugs im Juli 2026 traten beim Booster Super Heavy Zündprobleme an den Triebwerken auf, die das Trennungsmanöver erschwerten. Die Ingenieure überarbeiteten daraufhin die elektronischen Schaltkreise der Zündsysteme grundlegend.

Zusätzlich verstärkte das Team die äußere Schutzschicht der Rakete auf Basis von Messungen an der Einheit Starship 40. Dieser Rumpf lag nach dem 13. Test 24 Tage lang im Meer, bevor Schlepper ihn zur genauen Untersuchung nach Texas brachten.

Beim Julitest gelang dem Schiff ein stabiler Abstieg über dem Indischen Ozean, wodurch die Bergungsmannschaften das Material nahezu unversehrt sichern konnten. Die Untersuchung der geborgenen Keramikkacheln lieferte präzise Daten über die Reibungshitze beim Eintritt in die Atmosphäre. Diese Befunde dienten unmittelbar als Grundlage für den Hitzeschild des anstehenden Flugs.

Der vorherige Testlauf bestätigte die Hitzebeständigkeit der Kacheln.

SpaceX visiert langfristige Ablösung der Falcon-Flotte an

SpaceX investierte bereits Milliarden Dollar in die Realisierung des Starship-Programms auf dem Werksgelände in Texas. Das langfristige Konzept von Elon Musk sieht vor, die bewährten Trägerraketen Falcon 9 und Falcon Heavy vollständig durch das neue Großsystem abzulösen.

Dieser Wechsel setzt voraus, dass Starship eine Frequenz von mehreren Starts pro Woche erreicht und ohne monatelange Überholungen einsatzbereit bleibt. Der für September geplante Orbitalflug dient vorrangig dazu, die Steuerbarkeit im Orbit zu verifizieren.

Weitere Manöver wie das Auftanken im All für künftige Reisen zu Mond und Mars folgen bei späteren Missionen von Starbase.

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