David Harbour, 51, ist bereit, über die jüngsten Herausforderungen in seinem Privat- und Berufsleben zu sprechen. In einem Interview mit Variety spricht der Schauspieler über die Auswirkungen des Albums „West End Girl“ seiner Ex-Frau Lily Allen, den Nervenzusammenbruch, mit dem er konfrontiert war, und die neue Rolle, die ihm seine erste Emmy-Nominierung einbringen könnte.
Der Erfolg von „DTF St. Louis“, einer HBO-Serie, die im Frühjahr 2026 debütierte, brachte Harbor aus positiven Gründen wieder ins Rampenlicht. In der Produktion spielt er Floyd Smernitch, einen verletzlichen Gebärdensprachdolmetscher aus einem Vorort, der in eine Dreiecksbeziehung verwickelt ist, die als Krimi beginnt und sich zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit Einsamkeit, Verlangen und Scham in einem amerikanischen Vorort entwickelt.
Körperliche und emotionale Transformation für die Rolle
Um Floyd zu spielen, trug Harbour eine Bauchprothese und ließ sich einen Bart wachsen. Der Schauspieler erklärte, dass diese Elemente dazu beitrugen, eine „Maske“ zu schaffen, die ihm die Freiheit gab, freier zu tanzen und die Zärtlichkeit der Figur zu erkunden. Die von Steven Conrad kreierte Serie beleuchtet Floyds Verletzlichkeit inmitten psychosozialer Turbulenzen und steht im Kontrast zu dem starken Image von Jim Hopper, das Harbour fünf Staffeln lang in „Stranger Things“ lebte.
Jason Bateman, der seinen Freund Clark spielt, lobte Harbours Fähigkeit, dem Set echte Emotionen zu verleihen. Die Serie, die gute Einschaltquoten erzielte, positioniert den Schauspieler als starken Kandidaten für einen Emmy in der Kategorie „Nebendarsteller in einer limitierten Serie“.
Das Gewicht von Lily Allens Album und der mentale Zusammenbruch
Im Oktober 2025, einen Monat vor der Premiere der letzten Staffel von „Stranger Things“, veröffentlichte Lily Allen „West End Girl“. Das Album mit Texten über Untreue, emotionale Manipulation und eine vermeintliche Geheimwohnung löste große Resonanz aus. Harbour, der offen über seine bipolare Störung spricht, erlebte den Moment als „beängstigenden psychischen Notfall“.
In seinen ersten öffentlichen Äußerungen zu diesem Thema sagte der Schauspieler, er respektiere Allens Recht, Erfahrungen in Kunst umzuwandeln, betonte jedoch, dass „die Geschichten komplex sind“ und dass die Erzählung des Albums seine Erfahrungen nicht vollständig widerspiegele. Um die Privatsphäre zu wahren, verzichtete er darauf, auf Details einzugehen.
Harbour gab zu, in diesem Zeitraum einen „Zusammenbruch“ erlitten zu haben, der durch unberechenbares Verhalten gekennzeichnet war, das zu Berichten und öffentlichen Kommentaren führte. Er brachte die Episode mit extremem Stress in Verbindung, argumentierte aber auch, dass psychische Erkrankungen nicht stigmatisiert werden sollten, und verwies auf Fälle wie den eines Aktivisten mit Tourette-Syndrom.
Abschied von Stranger Things und Elevens Schicksal
Harbour feierte nach einem Jahrzehnt das Ende der Serie. Er argumentierte, dass der Tod von Eleven im Finale notwendig sei, um den Status quo in Hawkins, Indiana, wiederherzustellen, und vermied Unklarheiten: „Sie ist tot.“ Der Schauspieler scherzte, dass eine mögliche Rückkehr nur dann eintreten würde, wenn Netflix seine Abonnements erhöhen müsste.
Er bestritt auch Gerüchte über Belästigungen gegen Millie Bobby Brown, mit der er in der Literatur eine enge Vater-Tochter-Beziehung pflegt. Harbour beschrieb etwaige Meinungsverschiedenheiten als normale „Brüche und Reparaturen“ in einer langen Produktion und bestätigte Zukunftspläne mit der Schauspielerin.
Karriere auf dem Vormarsch mit neuen Projekten
Abseits des „Stranger Things“-Hypes widmet sich Harbour wieder der detaillierten Charakterarbeit. Neben „DTF St. Louis“ drehte er „Evil Genius“, das Regiedebüt von Courteney Cox, und bereitet „Violent Night 2“ vor, das für Dezember 2026 geplant ist. Im Marvel-Universum übernimmt er erneut die Rolle des Red Guardian in „Avengers: Doomsday“.
Der Schauspieler denkt über plötzlichen Ruhm, Verlust der Privatsphäre und den Zusammenhang zwischen seiner künstlerischen Begabung und psychischen Problemen nach. „Mein besonderes Talent besteht darin, den Menschen das Gefühl zu geben, weniger allein zu sein“, sagte er.

