Eine neue Art vonPilzDer Parasit *Pleurocordyceps cornusynnemata* wurde kürzlich von Forschern im Dschungel von Borneo, Malaysia, identifiziert. Mit einer eigentümlichen Form, die einem Horn ähnelt, ernährt sich diese überraschende Kreatur von „Zombiepilzen“, von denen bekannt ist, dass sie Ameisen infizieren und bekämpfen, was dazu führt, dass sie sich seltsam verhalten und schließlich sterben.
Der beispiellose Befund wurde am 2. Juni von einem Wissenschaftlerteam der Universiti Malaysia Sabah (UMS) dokumentiert und in der renommierten Fachzeitschrift Phytotaxa veröffentlicht. Associate Professor Jaya Seelan leitete die Forschung, die den Parasiten in einer leblosen Ameise im Danum Valley Conservation Area in Lahad Datu lokalisierte.
Der Wirkmechanismus des neuen Hyperparasiten
Professor Seelan erklärte gegenüber Agence France-Presse (AFP), dass der neu entdeckte Pilz aufgrund seiner bemerkenswerten Fähigkeit, andere Lebewesen zu parasitieren, als „Hyperparasit“ eingestuft wurde. Ihr Ziel sind die „Zombiepilze“ der Art *Ophiocordyceps*, die dafür bekannt sind, das Nervensystem von Ameisen zu verändern und sie dazu zu bringen, bizarre Verhaltensweisen an den Tag zu legen, bevor sie sterben und dann aus ihren Körpern schlüpfen.
Anstatt das Nervensystem des Wirtsinsekts direkt zu manipulieren, verhält sich *Pleurocordyceps* anders. Es infiltriert und verzehrt das *Ophiocordyceps*-Gewebe, das sich im Inneren der Ameise entwickelt, erläuterte Seelan.
Der Experte betonte, dass es sich zwar nicht um den ersten bekannten „Hyperparasiten“ handele, er aber als erster Vertreter seiner Gattung eine ausgeprägte hornförmige Körperstruktur aufweist.
Die Bedeutung der Entdeckung für die Artenvielfalt
Diese Entdeckung stärkt Malaysias Position als globales Biodiversitätszentrum, in dem zahlreiche Arten beheimatet sind, die noch auf wissenschaftliche Dokumentation warten. Die einzigartige hornförmige Morphologie des neuen Pilzes unterscheidet ihn von den anderen 26 Arten von *Pleurocordyceps*, die bereits in China, Thailand und Japan katalogisiert sind.
Forscher Seelan wies darauf hin, dass die neu identifizierten Pilze ein enormes Potenzial für den Fortschritt der Wissenschaft bieten. Sie können sowohl für die Entwicklung einer neuen Generation antimikrobieller Medikamente zur Bekämpfung resistenter Infektionen als auch für die Entwicklung hochwirksamer Biokontrollmittel zur Bekämpfung landwirtschaftlicher Schädlinge untersucht werden, die eine nachhaltigere Alternative bieten.
In einer offiziellen Erklärung betonte UMS-Vizekanzler Datuk Dr. Kasim Mansor, dass dieser Erfolg die Vision der Universität widerspiegele, sich als „Gehirn von Borneo“ zu positionieren. Er betonte auch die Fähigkeit lokaler Wissenschaftler, wirkungsvolle Forschung zu betreiben, die die Aufmerksamkeit der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft auf sich zieht.
Zusätzlich zu der neuen weltweit anerkannten Art hat das Forscherteam in Malaysia auch die erste Aufzeichnung von zwei weiteren Pilzen gemacht: *Pleurocordyceps aurantiaca* und *Pleurocordyceps nipponica*.

