Die Verteidigung von Karmelo Anthony startet eine Justizoffensive, um das Urteil aufzuheben
Das Anwaltsteam von Karmelo Anthony hat mit einem umfassenden Plan begonnen, um das Mordurteil aufzuheben, das ihn wegen Mordes an Austin Metcalf verurteilt hatte. Seine neue Verteidigung legte Berufung ein mit dem Ziel, das Urteil vollständig aufzuheben.
Anthony wurde im Vormonat wegen Mordes ersten Grades zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt und beantragt nun beim Obergericht die vollständige Aufhebung der Gerichtsentscheidung.
Parallel zur Berufung reichten Anthonys Verteidiger auch einen formellen Antrag ein, Richter John Roach aus allen künftigen Verfahren zu entfernen. Sie fordern, dass im Falle eines erneuten Verfahrens die Führung von einem anderen Richter durchgeführt wird.
Die eingereichten Dokumente markieren eine wichtige rechtliche Wende seit Anthonys Verurteilung in einem der Kriminalfälle, die im Bundesstaat Texas die meiste öffentliche Aufmerksamkeit erregten.
Wie aus den Gerichtsakten hervorgeht, behauptet Anthonys Verteidigung, dass es während des ersten Prozesses zu Verletzungen seiner verfassungsmäßigen Rechte gekommen sei.
Zu den Vorwürfen zählen der fehlende uneingeschränkte Zugang der Öffentlichkeit zum Prozess und die angebliche Behinderung durch Staatsanwälte, sodass Anthony nicht zu seiner eigenen Verteidigung aussagen konnte.
Der Antrag, Richter Roach aus der Phase nach der Urteilsverkündung zu entfernen, wird von der Verteidigung begründet, die darauf hinweist, dass die Äußerungen des Richters nach dem Urteil ein Anzeichen für Voreingenommenheit seien und Zweifel an seiner Fähigkeit aufkommen ließen, den Fall unparteiisch zu überwachen.
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Nach Abschluss des Prozesses wurde Richter Roach zu seiner Überzeugung hinsichtlich der Entscheidung der Jury befragt.
Als Antwort erklärte der Richter, dass die Jury korrekt gehandelt habe und erklärte, dass die Mitglieder im Einklang mit dem Gesetz ausgewählt worden seien, die Fakten analysiert und vor Gericht ein Urteil gefällt hätten.
Richter Roach äußerte sich auch persönlich zu Anthony und beschrieb ihn als „einen guten Jungen, der ein Verbrechen begangen hat und der jetzt mehr denn je die Konsequenzen einer solchen Tat versteht.“
Für Anthonys Anwaltsteam stellen solche Aussagen die öffentliche Unterstützung des Richters für das Urteil dar und machen eine unparteiische Beratung über die nach der Verurteilung eingereichten Anträge unmöglich.
Eine erweiterte Verteidigung übernimmt im Fall mit neuen Anwälten die Führung
Anthonys neue Berufung wird von einem erweiterten Anwaltsteam vertreten, zu dem Gary Bledsoe, Präsident der Texas NAACP, Russell Wilson, ein erfahrener Berufungsanwalt, und Brooke Cluse, eine Bürgerrechtsanwältin bei Ben Crump Law, gehören.
Wie festgelegt, würden die Anwälte ehrenamtlich zu Anthonys Verteidigung agieren.
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Die Berufung wurde in Rekordzeit eingereicht, weniger als einen Tag nach Anthonys Verurteilung, was die Absicht der Verteidigung unter Beweis stellte, nahezu jedes Detail des Gerichtsverfahrens in Frage zu stellen.
Einer der überraschendsten Punkte der Berufung ist Anthonys eigene aus dem Gefängnis geschickte Petition, in der er sich selbst als „eine Person ohne Mittel, mittellos und zu arm, um sich einen Berufungsanwalt leisten zu können“ bezeichnet.
Diese Aussage löste Kontroversen aus, da Anthonys Familie durch Online-Spendenaktionen bereits mehr als 625.000 Dollar gesammelt hatte, um Rechts- und Aufenthaltskosten zu decken.
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Die Frage der Höhe der eingeworbenen Mittel wurde im Laufe des Verfahrens ausführlich in der Öffentlichkeit diskutiert, wobei die Höhe keinen unmittelbaren Einfluss auf die Berechtigung eines Beklagten zur Inanspruchnahme kostenloser Rechtsberatung im Berufungsverfahren hat.
Der tragische Vorfall ereignete sich im April 2025 während einer Regenunterbrechung bei einer High-School-Leichtathletikveranstaltung in Frisco, Texas.
Während des Prozesses deuteten Zeugenaussagen darauf hin, dass sich Anthony in einem Zelt befand, das für Metcalfs Team bestimmt war. Zeugen berichteten, dass Metcalf ihn wiederholt gebeten habe, zu gehen, worauf Anthony antwortete: „Fass mich an und finde es heraus.“
Nachdem Metcalf ihn geschubst hatte, behauptete die Staatsanwaltschaft, Anthony habe ein Messer gezogen und den 17-Jährigen an der Brust verletzt. Metcalf starb kurz darauf in den Armen seines Zwillingsbruders.
Während des gesamten Prozesses behauptete Anthonys Verteidigung, dass es sich bei der Aktion um Selbstverteidigung handele. Die Staatsanwaltschaft beharrte jedoch darauf, dass die Anwendung von Gewalt nicht gerechtfertigt sei, und die Jury verurteilte ihn nach etwa zweistündiger Beratung wegen Mordes ersten Grades.
Der Fall erlangte landesweit große Aufmerksamkeit und löste Debatten aus, die über den juristischen Bereich hinausgingen. Die rassische Herkunft von Anthony, der schwarz ist, und Metcalf, der weiß, hat den Vorfall auf eine breitere Diskussionsebene gebracht und sensible Themen wie LGBTQIA+-Rechte und Rassenfragen auf digitalen Plattformen und bei Interessenverbänden angesprochen. Die Polarisierung dieser Themen in der heutigen Gesellschaft erhöht die Komplexität und Medienaufmerksamkeit, die die öffentliche Wahrnehmung des Gerichtsverfahrens beeinflusst und die Suche nach Gerechtigkeit noch komplizierter macht.
Während einige von Anthonys Unterstützern ihn als Opfer darstellten, behauptete die Staatsanwaltschaft, dass die Beweise erdrückend seien und die Mordanklage stützten.
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Trotz der Fülle an Forderungen, die in den neuen Dokumenten enthalten sind, warnen Rechtsexperten, dass die bloße Einreichung einer Berufung allein noch keine Garantie für die Durchführung eines neuen Verfahrens darstellt.
Berufungsgerichte prüfen in der Regel das Auftreten relevanter Rechtsfehler während der ursprünglichen Bearbeitung des Falles, und die endgültige Entscheidung kann mehrere Monate oder sogar länger dauern.














