WhatsApp-Nutzer bremsen Meta AI mit einfachen Handgriffen aus

Meta startete im Oktober 2024 die Einführung des Sprachassistenten Meta AI bei WhatsApp in Brasilien. Der US-amerikanische Konzern verankerte das Werkzeug direkt in der Suchleiste, in Gruppenchats sowie als eigenständigen Eintrag in der Kontaktliste. Zahlreiche Nutzer kritisieren seitdem die optische Dominanz und verlangen Optionen zur vollständigen Abschaltung der Funktion.
Das System basiert auf dem Sprachmodell Llama 3 und verarbeitet Anfragen direkt im Chatfenster. Eine Deaktivierung fehlt.
Funktionsumfang und technische Grundlagen des Sprachmodells
Die Software beantwortet Wissensfragen, übersetzt Fremdsprachen und entwirft Reiserouten. Über den Befehl imagine generiert das Modell zudem computergestützte Grafiken innerhalb der Unterhaltung.
- Texte verfassen und Fragen zu unterschiedlichen Themenfeldern beantworten
- Bilder über spezifische Texteingaben im Dialogfenster erstellen
- Webinhalte durchsuchen und Suchanfragen direkt im Chat ausführen
- Unterhaltungen in Gruppen über die Erwähnung des Profilnamens unterstützen
Im Gegensatz zu normalen Nachrichten zwischen Personen greift bei Unterhaltungen mit dem Bot keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das Unternehmen überträgt Daten verschlüsselt, behält sich jedoch automatisierte sowie manuelle Prüfungen der Inhalte vor.
Datenschutzbedenken und Intervention der brasilianischen Behörde ANPD
Im Juli 2024 intervenierte die Datenschutzbehörde ANPD in Brasília und stoppte vorübergehend die Nutzung brasilianischer Nutzerdaten für das KI-Training. Erst nach Anpassungen der Transparenzrichtlinien erlaubte die Behörde dem Plattformbetreiber den landesweiten Rollout.
Obwohl Meta zusichert, dass persönliche Nachrichten weiterhin geschützt bleiben, sorgt die unklare Verarbeitung von Interaktionsdaten sowie die permanente visuelle Präsenz eines auffälligen blauen Kreises innerhalb der Suchleiste auf Telefonen in ganz Brasilien für anhaltende Skepsis unter Verbrauchern. Viele Anwender empfinden das Symbol als störenden Eingriff in das gewohnte Schreibprogramm.

Die Frist für den Widerspruch gegen das Verwenden von Bestandsdaten endete am 9. Oktober 2024. Nach diesem Datum eingereichte Formulare greifen ausschließlich für künftige Interaktionen mit dem System.
Schritte zur Reduzierung der Sichtbarkeit in der Benutzeroberfläche
WhatsApp bietet in Brasilien keinen globalen Schalter zur Deaktivierung der Technologie. Nutzer können die Präsenz des Assistenten lediglich über die Organisation der Konversationen dämpfen.
- Den Dialog mit Meta AI in der Nachrichtenliste gedrückt halten und die Schaltfläche zum Löschen betätigen
- Den Eintrag über die Wischgeste auf Apple iOS oder das Menü auf Google Android in das Archiv verschieben
- Den Assistenten in Gruppenchats ignorieren und keine Befehle an das Nutzerprofil richten
- Das offizielle Widerspruchsformular auf der Plattformseite von Meta einreichen
Experten warnen vor inoffiziellen WhatsApp-Installationsdateien im Internet. Solche manipulierten APK-Pakete enthalten oft Schadcode und hebeln Sicherheitsmechanismen aus.
Unterschiede zwischen den Vorgaben in Europa und den USA
Die Europäische Union blockiert den Start des Assistenten aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung DSGVO vollständig. In den Vereinigten Staaten erlaubt der Konzern den Anwendern wiederum, das blaue Symbol in den Anwendungseinstellungen auszublenden.
Das brasilianische Verbraucherschutzinstitut Idec fordert deshalb Anpassungen für den südamerikanischen Markt. Die Organisation verlangt ausdrückliche Zustimmungspflichten vor der Verarbeitung personenbezogener Informationen durch Meta.
Der Chatbot konkurriert mit OpenAI ChatGPT und Google Gemini. WhatsApp testet unterdessen in ausgewählten Märkten Speichermodule, die persönliche Vorlieben wie Essgewohnheiten langfristig im Assistentenprofil hinterlegen.




