Kritik von Laurindo Filho: Brasilianisches Team scheitert im Angriff ohne den besten Finisher des Landes, sagt Trainer
Nach der Leistung der brasilianischen Mannschaft im Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft, die von Schwierigkeiten gegen die organisierte marokkanische Mannschaft geprägt war, stellten sich Fragen zur Wirksamkeit des Offensivsystems. Der portugiesische Trainer Laurindo Filho diagnostizierte, dass der Hauptfehler Brasiliens im Fehlen eines zentralen Stürmers liegt, der in entscheidenden Momenten das Spiel entscheiden kann.
Nach Einschätzung des Trainers ist die Übergangsgeschwindigkeit der brasilianischen Nationalmannschaft im Vergleich zu anderen Mannschaften, die das Turnier mit größerer Stabilität erreichen, langsamer. Laurindo Filho nutzte die Fortschritte des marokkanischen Teams in den letzten Jahren als Beispiel für eine positive kollektive Entwicklung und betonte den Zusammenhalt und die Flüssigkeit im Pässeaustausch zwischen seinen Athleten.

Er erklärte, dass „die marokkanische Nationalmannschaft in den letzten Jahren ein bemerkenswertes Wachstum gezeigt hat. Sie nähert sich immer mehr der Endphase, was die Qualität des marokkanischen Verbandes zeigt.
Andererseits weist Laurindo Filho darauf hin, dass der aktuelle brasilianische Kader immer noch übermäßig auf einzelne Spielzüge setzt. Aus seiner Sicht fehlt der Seleção ein entscheidender Bezugspunkt im Angriff, ein Merkmal, das bei Weltmeisterteams aus anderen Epochen vorhanden war und die Fähigkeit besaß, entscheidende Spiele in wenigen Augenblicken zu bestimmen.
Er analysierte: „In früheren Perioden gab es in Brasilien Athleten, die wichtige Spiele bestimmten, wie 2002 mit Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho oder 1994 mit Romário und Bebeto. Diese Mannschaften waren insgesamt stark, aber sie hatten Finisher, die das Ergebnis wirklich beeinflussten.“
Der Trainer kritisierte auch das Fehlen eines effektiveren Mittelstürmers im aktuellen Kader und nannte Pedro, einen Flamengo-Spieler, als den wichtigsten aktiven Abschlussspieler auf nationaler Ebene. Seiner Argumentation zufolge sei die Fähigkeit des Sportlers, Chancen in Tore umzuwandeln, bei Kurzschusswettkämpfen von entscheidender Bedeutung.
Er erklärte: „Brasiliens wichtigster Finisher wurde nicht einberufen. Er ist Pedro aus Flamengo. Er ist ein Athlet mit sehr spezifischen Eigenschaften, der sich vielleicht nicht sofort anpasst, aber über eine außergewöhnliche Abschlussfähigkeit verfügt. Bei einer kurzfristigen Meisterschaft ist das ein Unterschied: Bei zwei Chancen verwandelt er eine.“
In die Analyse des Trainers floss auch die Leistung im Spiel gegen Marokko ein. Für Laurindo zeigte das afrikanische Team über weite Strecken des Spiels Überlegenheit und hätte die erste Halbzeit mit einem Vorsprung auf der Anzeigetafel beenden können. Das Unentschieden der brasilianischen Mannschaft sei seiner Meinung nach allein durch eine Einzelleistung von Vinicius Júnior zustande gekommen.
Er schloss: „Marokko war in der ersten Halbzeit deutlich überlegen. Die Tatsache, dass Brasilien die Halbzeit mit einem Stand von 1:1 erreichte, war angesichts des Spielverlaufs positiv. Brasilien profitierte vom Glück von Vinicius Júnior, der einen individuellen Spielzug erzielte, der zum Ausgleich führte.“
Nächste Spiele der brasilianischen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft
Die Nationalmannschaft wird für die Weltmeisterschaft folgende Verpflichtungen haben:
- Gegen Haiti: 19. Juni, 21:30 Uhr (Brasília-Zeit).
- Gegen Schottland: 24. Juni, 19 Uhr (Brasília-Zeit).
















