Ecuador setzt auf John Yeboah, den „Neymar von Hamburg, um bei der WM gegen Deutschland weiterzukommen
Stürmer John Yeboah, bekannt als „Neymar von Hamburg“, soll für Ecuador ein Schlüsselspieler im Kampf um einen Platz in der nächsten Phase der Weltmeisterschaft sein. Der gebürtige Deutsche wird voraussichtlich an diesem Donnerstag um 17 Uhr in New Jersey das entscheidende Duell gegen die deutsche Mannschaft bestreiten, um sich seinen Traum zu erfüllen, für das Land seiner Mutter an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen.
Angesichts der hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Leistung von Enner Valencia, der vor allem gegen Curaçao gute Chancen nicht nutzen konnte, blickt das südamerikanische Team auf den deutschstämmigen Spieler als seine größte Hoffnung auf die Qualifikation.
Ecuadors Situation in der Gruppe E ist herausfordernd. Das Team belegt den dritten Platz und braucht einen Sieg, um im Turnier weiterzukommen. Bei einem Sieg Deutschlands würde die ecuadorianische Mannschaft zwar auf vier Punkte kommen, in ihrem Spiel aber weiterhin auf eine Niederlage gegen die Elfenbeinküste angewiesen sein. Im Szenario eines Unentschiedens oder eines afrikanischen Triumphs bestünde die einzige Möglichkeit für Ecuador darin, als eines der besten drittplatzierten Teams aufzusteigen.
Die Leidenschaft für den Fußball kam für Yeboah, der früher auf den Straßen Hamburgs spielte, ganz unprätentiös. Sein Einstieg in die Profiszene begann, nachdem er von einem Wolfsburger Scout entdeckt wurde, als er Amateur-Futsal spielte. Sein Können und seine Schnelligkeit führten ihn im Alter von 15 Jahren schnell zum Fußball.
Er bezeichnet sich selbst als „Straßenfußballspieler“, der bei Vereinen kleine Räume und einen späten Start bevorzugt. Derzeit gehört Yeboah zum Kader von Venezia, einem Team, das in der letzten Saison Meister der italienischen Serie B wurde.
Trotz seines späten Einstiegs in den organisierten Fußball war der Aufstieg des Flügelspielers kometenhaft. 2015 war er noch mit Freunden auf der Straße. Bereits zwei Jahre später spielte er für die Jugendmannschaften Deutschlands und zeigte damit seine rasante Entwicklung.
In dieser Zeit entstand der Spitzname „Neymar“. Bei einem Schulbesuch in Indien mit der deutschen Mannschaft waren die Kinder von seinen Dribblings und Tricks mit dem Ball fasziniert und brachten ihn sofort mit dem brasilianischen Star in Verbindung, der ihr großes Idol ist.
Yeboah drückt seine große Bewunderung für Neymar aus und erklärt, dass er viel lernt, wenn er seine Dribblings und die Art und Weise, wie der Brasilianer sich aus schwierigen Markierungen befreit, beobachtet und sich oft Videos von ihm im Internet ansieht.
Trotz seiner Erfolge im deutschen Nachwuchsbereich ergab sich keine Chance für die A-Nationalmannschaft. Der Wunsch, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, war für ihn ausschlaggebend, sich für die doppelte Staatsbürgerschaft zu entscheiden und dabei die Tatsache auszunutzen, dass er eine ecuadorianische Mutter und einen ghanaischen Vater hat. Diese Wahl ist Teil eines wachsenden Trends im Weltfußball, bei dem Sportler unterschiedlicher Herkunft versuchen, Länder mit größeren Chancen auf internationale Sichtbarkeit bei großen Turnieren wie der Weltmeisterschaft zu vertreten und so die Verwirklichung eines sportlichen Traums sicherzustellen, der in Mannschaften mit größerer Tradition und größerem Wettbewerb nicht verwirklicht werden könnte.
Im März 2024 gab Yeboah sein Debüt für die ecuadorianische Nationalmannschaft. Seitdem hat er 23 Spiele bestritten und drei Tore geschossen und sich damit als einer der Vertrauten von Trainer Sebastián Beccacece etabliert.
Bei dieser Ausgabe der Weltmeisterschaft hat der Spieler bereits an zwei Spielen teilgenommen und dabei insgesamt 152 Minuten auf dem Spielfeld verbracht, allerdings ohne das Tor zu treffen. Seine aktuelle Mission ist für Ecuador von entscheidender Bedeutung, um seine beste Leistung bei der Weltmeisterschaft zu übertreffen, nämlich das Erreichen des Achtelfinals im Jahr 2006.
















