In der Ukraine gefangener brasilianischer Kämpfer bedauert die Rückkehr in den Konflikt und bittet seine Mutter um Vergebung
Ein junger Mann aus Pará aus Castanhal im Nordosten von Pará, der während des Krieges in der Ukraine von russischen Streitkräften festgenommen wurde, sandte seiner Mutter eine emotionale Nachricht. In der Nachricht drückte er sein Bedauern darüber aus, dass er vor seiner Rückkehr in das Land, in dem er sich bereits im Jahr 2025 aufgehalten hatte, den Ratschlägen der Familie nicht Folge geleistet hatte.
„Mama, vergib mir, dass ich nicht auf das gehört habe, was du gesagt hast, als ich letztes Jahr in Brasilien ankam, und dass ich hierher in diese Hölle zurückgekehrt bin (…) in einen Krieg, der nicht meiner ist.“
Der Brasilianer appellierte eindringlich an andere Menschen, Jobangebote mit Bezug zu Konfliktgebieten nicht anzunehmen, selbst wenn sie mit finanziellen Versprechungen verbunden seien. Dem Jungen zufolge seien die gezahlten Beträge weder ein Ausgleich für die Gefahren des Krieges noch für das Leid, das den betroffenen Familien zugefügt werde.
Die Situation des 23-jährigen Herik Ferreira Soares wurde am Mittwoch (24) vom brasilianischen Außenministerium offiziell bestätigt. Itamaraty steht über die brasilianische Botschaft in Moskau in Kontakt sowohl mit der Familie als auch mit den russischen Behörden, um weitere Informationen über den Fall zu erhalten.
Bekanntheit erlangte der Vorfall durch die Verbreitung eines Videos, in dem der junge Mann sichtlich emotional wirkte und behauptete, durch ein Stellenangebot getäuscht worden zu sein.
In der Aufnahme beschreibt Herik auch, dass er Brasilien in dem Glauben verließ, dass er fernab der Kampflinien eine unterstützende Rolle spielen würde. Am Ende wurde er jedoch direkt an die Front geschickt.
„Ich bin durch Lügenpropaganda in der Ukraine mit der Absicht gelandet, im Hintergrund zu dienen und an einem sicheren Ort zu arbeiten, und sie haben mich angelogen.“
Details zu Heriks Täuschung
In seiner aufgezeichneten Aussage gab Herik an, dass er ohne vorherige Warnung, dass er sich als Kombattant verhalten würde, in eine intensive Konfrontation verwickelt wurde. Er bekräftigte, dass es sich bei dem ursprünglichen Versprechen um eine andere Art von Arbeit handelte und dass sich die Realität in der Ukraine als völlig anders erwies als das, was ihm präsentiert wurde.
„Sie schickten mich an die Front, zum Kampf, zu einer intensiven Konfrontation, und das war nicht das, was sie mir versprochen hatten. Das war nicht die Vereinbarung. Mein Dienst war nicht als Kämpfer, sondern im Hinterland.“
Der Mann aus Pará drückte tiefes Bedauern aus und betonte, dass Ausländer in den Truppen als „wegwerfbar“ behandelt würden.
Brasilianische Regierung warnt vor Rekrutierung
Heriks Fall fällt in eine Zeit intensiver Warnungen der brasilianischen Regierung, die davon abrät, Bürger für die Teilnahme an bewaffneten Konflikten in anderen Ländern zu rekrutieren.
In einer im Februar dieses Jahres veröffentlichten Erklärung empfahl Itamaraty den Brasilianern nachdrücklich, jede Einladung zum Beitritt zu ausländischen Streitkräften oder die Annahme von Jobangeboten im Zusammenhang mit Kriegen abzulehnen. Heriks Rückkehr in die Ukraine im Jahr 2025, vor seiner Gefangennahme und nach einem Aufenthalt in Brasilien, unterstreicht die Bedeutung dieser Warnungen.
Das Ministerium betonte in seiner Warnung, dass es für Personen, die sich verpflichten, ernsthafte Schwierigkeiten haben könnten, aus den Kampfhandlungen auszusteigen, und dass die konsularische Unterstützung durch Verpflichtungen, die zum Zeitpunkt der Einberufung eingegangen wurden, stark eingeschränkt sein könnte.
Die offiziellen Leitlinien von Itamaraty bekräftigen auch, dass diese Entscheidung, sich auf externe Konflikte einzulassen, ernsthafte und dauerhafte Risiken für diejenigen mit sich bringen kann, die sich für eine Rekrutierung entscheiden.
Offizielle Position von Itamaraty
In einer Mitteilung stellte das Außenministerium klar, dass „konsularische Aktivitäten den Regeln der nationalen und internationalen Gesetzgebung folgen“ und dass „persönliche Daten von Bürgern, die konsularische Dienste in Anspruch nehmen, nicht offengelegt werden“.
Das diplomatische Gremium berichtete außerdem, dass es „Kontakt mit der Familie des Brasilianers und den russischen Behörden unterhält, um weitere Einzelheiten“ über die Situation zu erfahren.
Zum Zeitpunkt der letzten Aktualisierung dieses Berichts hatte das Ministerium keine Einzelheiten zu Heriks Haftbedingungen bekannt gegeben oder ob es Verhandlungen über eine mögliche Rückführung gibt. Die Überwachung des Falles liegt weiterhin in der Verantwortung der brasilianischen Diplomatie.
















