FAB beginnt nach Erdbeben mit Rettungsteam mit humanitärem Einsatz in Venezuela; Weitere Flüge kommen am Samstag an
Ein Flugzeug der brasilianischen Luftwaffe (FAB) landete auf der Militärbasis El Libertador in Maracay, Venezuela. Die Ankunft markiert den Beginn der brasilianischen humanitären Operation im Nachbarland.
Das von der First Troop Transport Group (1st GTT) – Zeus Squadron – betriebene Flugzeug KC-390 Millennium transportierte ein Team bestehend aus Ärzten, Spürhunden und modernster Ausrüstung. Ziel ist die Unterstützung bei Such- und Rettungsaktionen nach den Erdbeben in der Region.
Die brasilianische Kooperationsagentur (ABC), die mit dem Außenministerium verbunden ist, war für die Koordinierung aller Mobilisierungen in Brasilien verantwortlich.
Das Urban Search and Rescue-Team besteht aus Fachleuten des Nationalen Sekretariats für Katastrophenschutz und Verteidigung (Sedec/MIDR). Hinzu kommen Soldaten der Militärfeuerwehren von Minas Gerais, São Paulo und Paraná sowie Spezialisten der National Telecommunications Agency (Anatel).
Überblick über Erdbeben und Auswirkungen in Venezuela
Venezuela wurde von zwei starken Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 heimgesucht, die sich in der Nacht zum Mittwoch (24) im Abstand von weniger als einer Minute ereigneten. Nach neuesten offiziellen Angaben gab es infolge der Erdbeben 235 Todesopfer und 4.300 Verletzte. Die humanitäre Krise, mit der das Land bereits konfrontiert ist, verstärkt in dieser kritischen Zeit den Bedarf an externer Unterstützung.
Wie der venezolanische Präsident Delcy Rodríguez und ausländische Regierungen erklärten, sind bereits mehrere internationale Delegationen im Land, die Hilfe leisten:
- Mexiko
- Chile
- El Salvador
- Vereinigte Staaten
- Katar
- Spanien
- UN-Mitgliedstaaten
Die erste Schätzung geht davon aus, dass das brasilianische Team 15 Tage in Venezuela bleiben wird, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um denselben Zeitraum. Der unmittelbare Schwerpunkt der Einsätze liegt auf der Suche und Rettung von Überlebenden, in einem wahren Wettlauf gegen die Zeit.
Laut Karoline Magalhães, Sprecherin der Feuerwehr von São Paulo, ist die Bildung von „Lufteinschlüssen“ in eingestürzten Gebäuden von entscheidender Bedeutung. Diese Taschen können es Menschen ermöglichen, nach einem Zusammenbruch noch längere Zeit, fünf bis zehn Tage, zu überleben.
Verteidigungsminister José Múcio wird nächste Woche nach Venezuela reisen, wo er die Hilfsmaßnahmen koordinieren wird. Noch an diesem Samstag (27.) werden zwei weitere Flugzeuge in Richtung Land abfliegen und Medikamente und ein komplettes Feldlazarett transportieren.
Parallel zum staatlichen Handeln zeigt auch die Zivilgesellschaft eine große Mobilisierung. In Roraima engagieren sich in der Region lebende Brasilianer und Venezolaner aktiv beim Sammeln von Spenden für die Opfer.
Der Freiwillige Ubeimi Giraldo machte den Ernst der Lage deutlich. „Die Situation ist bereits kompliziert und die aktuellen Ereignisse machen sie noch schlimmer“, sagte er und appellierte an jede Art von Spende, sei es Lebensmittel oder andere lebenswichtige Güter.
Details zum Versand des dritten brasilianischen Flugzeugs nach Venezuela
Die brasilianische Regierung kündigte an diesem Samstag (27) die Entsendung eines dritten humanitären Fluges nach Venezuela an. Diese neue Lieferung umfasst wichtige Medikamentensets und zusätzliche Komponenten für den Aufbau eines Feldlazaretts.
Der Start des Flugzeugs ist für diesen Samstagnachmittag vom Luftwaffenstützpunkt Galeão in Rio de Janeiro geplant. Diese Operation ist Teil der umfassenden weltweiten Bemühungen, den Opfern der jüngsten Erdbeben im Nachbarland zu helfen.
In einer offiziellen Erklärung erklärte die Regierung, dass die Medikamente für den Einsatz in Notfällen bestimmt seien. Die Lieferung umfasst wichtige Artikel wie Antibiotika, Analgetika, Entzündungshemmer, Injektionslösungen sowie Materialien wie Bandagen, Mull, Infusionsgeräte, Spritzen, Handschuhe, Pflaster und Masken.
In der Regierungsmitteilung heißt es, dass Brasilien insgesamt fünf Notfallpakete mit insgesamt 111.800 Medikamenten und Hilfsgütern nach Venezuela schicken wird. Mit diesem Betrag können etwa 1.500 Menschen einen Monat lang versorgt werden, ohne dass sich dies auf den Bestand des nationalen Unified Health System (SUS) auswirkt.
















