Novak Djokovic zieht nach Dreisatzkrimi gegen Alexander Zverev ins Halbfinale ein

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Novak Djokovic - X/Twitter Foto: Novak Djokovic - X/Twitter

Novak Djokovic hat das Halbfinale des ATP-500-Turniers in Peking erreicht und dabei einen historischen Meilenstein auf der Profitour aufgestellt. Der 39-jährige Serbe setzte sich an diesem Sonntag (4. Oktober 2026) im Viertelfinale gegen den deutschen Weltranglistenzweiten Alexander Zverev nach Satzrückstand durch. Mit diesem Erfolg baute der Rekord-Grand-Slam-Champion seine persönliche Serie bei der Hartplatzveranstaltung in der chinesischen Hauptstadt auf 32 Siege in Serie aus und übertraf damit eine Bestmarke der gesamten Open Era.

Für den 4:6, 6:4, 6:4-Erfolg benötigte Novak Djokovic insgesamt 2 Stunden und 34 Minuten Spielzeit auf dem Centre Court. Durch diesen Sieg löste er Rafael Nadal als Rekordhalter für die längste Siegesserie ab dem Debüt bei einem einzelnen Turnier ab. Der Spanier hatte zwischen 2005 und 2009 seine ersten 31 Begegnungen bei den French Open in Paris gewonnen, ehe er im Achtelfinale 2009 seine erste Niederlage auf der Anlage von Roland Garros hinnehmen musste.

Gleichzeitig zog Novak Djokovic, der in seiner Laufbahn 24 Grand-Slam-Trophäen gesammelt hat, in sein 202. Halbfinale auf der ATP-Tour ein. In dieser historischen Rangliste liegt der serbische Ausnahmespieler damit weiterhin auf Rang drei hinter Roger Federer, der während seiner aktiven Zeit 211 Vorschlussrunden erreichte. Angeführt wird diese Statistik vom US-Amerikaner Jimmy Connors, der in seiner Karriere 239 Halbfinalteilnahmen verbuchen konnte.

Spielverlauf zwischen Aufschlagdominanz und Lichtdebatte

Die Partie begann für Novak Djokovic mit erheblichen Anlaufschwierigkeiten, nachdem er direkt im Auftaktspiel seinen Aufschlag an den Kontrahenten abgeben musste. Alexander Zverev servierte im gesamten Matchverlauf druckvoll, verbuchte insgesamt 19 Asse und nutzte diesen Vorsprung im ersten Durchgang konsequent aus. Der serbische Routinier fand auf den schnellen Belägen in Peking zunächst wenig Zugriff auf die wuchtigen Grundschläge seines deutschen Gegners.

Djokovic
Foto: Djokovic – X.com/ Cincinnati Open

Für Aufsehen sorgte zudem eine rund dreiminütige Unterbrechung im ersten Durchgang, als Alexander Zverev eine Wiederholung eines Ballwechsels forderte und vom Stuhlschiedsrichter zugesprochen bekam. Der Deutsche hatte sich über flackernde LED-Banden am Spielfeldrand beschwert, woraufhin Novak Djokovic vehement gegen die Entscheidung protestierte, da der Ballwechsel aus seiner Sicht regulär fortgesetzt worden war. Zverev leistete sich unmittelbar danach zwar einen leichten Fehler, rettete den Durchgang beim Stand von 5/4 aber nach Abwehr von zwei Breakbällen souverän mit 6/4 ins Ziel.

Im zweiten Abschnitt lieferten sich beide Akteure ein Duell auf Augenhöhe, bis Alexander Zverev im neunten Spiel eine Breakchance ungenutzt ließ. Novak Djokovic sicherte sich daraufhin sein Aufschlagspiel und schlug im zehnten Spiel eiskalt zu, als er dem Hamburger das Service abnahm und den Satz mit 6/4 für sich entschied. Im entscheidenden dritten Satz wehrte der Serbe im dritten Spiel eine gefährliche Phase ab, blieb bis zum Schluss nervenstark und verwandelte schließlich beim Stand von 5/4 nach einem Rückhandfehler Zverevs im Netz das entscheidende Break zum Matchgewinn.

Nach dem verwandelten Matchball analysierte Novak Djokovic seinen holprigen Beginn und die spätere Steigerung. Er erklärte: “Ich hatte einen schrecklichen Start. Zwei Doppelfehler gleich zu Beginn. Es war ziemlich kalt und ehrlich gesagt fühlte ich mich nicht richtig aufgewärmt, aber das war mein eigener Fehler. Ich habe früh ein Break kassiert und danach war es schwer, in den ersten Satz zurückzukommen. Ich hatte ein paar Breakchancen, als er bei 5/4 zum Satzgewinn servierte, konnte sie aber nicht nutzen. Trotzdem spürte ich ab der Mitte des ersten Satzes, dass ich einen guten Rhythmus fand, zumindest bei meinem Aufschlag und dem nächsten Ball.”

Zudem hob der Serbe hervor, wie viel ihm die Rückkehr an den Austragungsort bedeute, an dem er seit der Saison 2015 nicht mehr angetreten war. Er sagte dazu: “Ich spiele ein Profiturnier, weil ich auch gewinnen will. Wenn man an einem Ort antreten kann, an dem man sich mit den Bedingungen, der Unterstützung der Zuschauer und der Atmosphäre rundum wohlfühlt, trägt das natürlich zu einer noch besseren Leistung bei.”

Historische Siegesserie und die Folgen fuer die Weltrangliste

Novak Djokovic triumphierte in Peking bereits sechsmal in den Jahren 2009, 2010, 2012, 2013, 2014 und 2015 und kehrte nach elfjähriger Pause ungeschlagen in die chinesische Metropole zurück. Die Bilanz von nunmehr 32 Siegen ohne eine einzige Niederlage stellt den dominantesten Auftakt dar, den ein Spieler jemals bei einem Turnier im modernen Tennis hingelegt hat.

Den absoluten Rekord an aufeinanderfolgenden Siegen bei einer einzelnen Veranstaltung hält im Herrentennis weiterhin Rafael Nadal, der beim Masters 1000 in Monte Carlo zwischen 2005 und 2013 insgesamt 46 Partien in Serie für sich entschied. Im Unterschied zu Djokovics Serie in Peking hatte Nadal im Fürstentum Monaco allerdings bereits Partien bestritten, bevor seine historische Siegesserie ihren Anfang nahm.

Das Viertelfinal-Aus am 4. Oktober 2026 bedeutet für Alexander Zverev einen Rückschlag im Kampf um den Spitzenplatz im ATP-Ranking. Der Deutsche bleibt damit weiterhin 1.280 Punkte hinter dem Weltranglistenersten Jannik Sinner zurück. Der Italiener wird beim anstehenden Masters-1000-Turnier in Shanghai aufgrund einer Verletzung am rechten Knie nicht am Start sein, wodurch Zverev die Gelegenheit verpasste, den Rückstand vorab deutlich zu verkürzen.

Vorschau auf die Halbfinalbegegnungen in der chinesischen Hauptstadt

Die Runde der letzten vier Teilnehmer beim ATP 500 in Peking verspricht hochkarätige Begegnungen im Kampf um den Einzug in das Endspiel der asiatischen Hartplatzwoche.

  • Montag, 5. Oktober 2026: Novak Djokovic trifft im Halbfinale auf den Russen Daniil Medvedev zum insgesamt 16. Aufeinandertreffen auf der Tour, wobei die genaue Ansetzungszeit noch von den Veranstaltern bekannt gegeben wird;
  • Montag, 5. Oktober 2026: Der Australier Alex de Minaur kämpft im zweiten Halbfinale gegen den Polen Hubert Hurkacz um das Finalticket;
  • Dienstag, 6. Oktober 2026: Austragung des Endspiels zur Ermittlung des Turniersiegers im Einzel von Peking.

Daniil Medvedev buchte seinen Platz in der Vorschlussrunde durch einen 7:6 (4), 6:3-Erfolg über den Argentinier Francisco Cerundolo. Im direkten Vergleich zwischen Novak Djokovic und dem russischen Kontrahenten führt der Serbe mit zehn Siegen bei fünf Niederlagen aus bislang 15 offiziellen Partien.

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