Radioaktives Risiko: Kapsel mit gefährlichem Material verschwindet und mobilisiert die Behörden in Argentinien
Die argentinischen Behörden untersuchen das Verschwinden einer Kapsel mit Cäsium-137 in einem medizinischen Institut in der Stadt Rosario in der Provinz Santa Fé. Aufgrund der radioaktiven Eigenschaften des Materials, das bei der Kalibrierung nuklearmedizinischer Geräte verwendet wird, führte der Vorfall zu einer landesweiten Warnung.
Das Verschwinden wurde letzten Dienstag bei einer Routinekontrolle durch Techniker des medizinischen Zentrums entdeckt. Beim Zugriff auf den Lagerort der radioaktiven Quelle in einer der Anlagen stellten die Fachleute fest, dass sich die Kapsel nicht mehr im geschützten Bereich befand.
Nach Angaben der Nuclear Regulatory Authority (ARN) wurde die Quelle in einem mit Blei abgeschirmten Behälter gelagert, der speziell für die Eindämmung von Strahlung ausgelegt war. Das Material wird zur Prüfung und Kalibrierung von Geräten für nuklearmedizinische Untersuchungen und Behandlungen verwendet.
Nachdem das Verschwinden bestätigt wurde, aktivierte das ARN sofort das Radiological Emergency Intervention System (SIER). Die Agentur benachrichtigte auch nationale Sicherheitsbehörden wie die Federal Emergency Agency und Spezialabteilungen der argentinischen Bundespolizei.
Die Ermittlungen sollen die Verantwortlichen ermitteln
Im Vordergrund der Untersuchungen stehen die Überprüfung der internen Kontrollen des medizinischen Instituts und die Erfassung der Personen, die den Lagerbereich betreten durften. Lokalen Presseberichten zufolge hatte nur eine begrenzte Gruppe von Fachleuten die Berechtigung, auf die Website zuzugreifen.
Die Ermittler prüfen außerdem Ein- und Ausgangsaufzeichnungen, interne Dokumente und Aufzeichnungen von Überwachungskameras. Ziel ist es, den genauen Zeitpunkt des Verschwindens festzustellen und die Verantwortlichen für die Entfernung der Kapsel zu identifizieren.
Zu den Untersuchungsschwerpunkten gehören mögliche Fehler in den Sicherheitsprotokollen oder die unbefugte Entfernung durch jemanden, der Zugang zu den Einrichtungen des Instituts hatte.

Behörden warnen vor Risiken
Experten weisen darauf hin, dass das Risiko für die Bevölkerung gering bleibt, solange die Kapsel im Bleischild intakt bleibt. Die Hauptsorge entsteht erst, wenn der Schutzbehälter beschädigt oder geöffnet ist.
In einer offiziellen Erklärung wies die Nuklearaufsichtsbehörde darauf hin, dass niemand versuchen dürfe, mit Objekten umzugehen, die den beschriebenen ähneln. Die Agentur bekräftigte die Notwendigkeit, jeglichen direkten Kontakt zu vermeiden.
„Obwohl das radiologische Risiko sehr gering ist, sollten Sie es nicht berühren oder anfassen, wenn Sie es finden“, warnte die Behörde in einer Mitteilung.
Cäsium-137 ist ein radioaktives Isotop, das in verschiedenen medizinischen, wissenschaftlichen und industriellen Anwendungen verwendet wird. Es strahlt Beta- und Gammastrahlung aus, was strenge Lagerungs- und Transportprotokolle erfordert.
Die größte Sorge besteht laut Technikern in der eventuellen Begegnung mit Personen, die den Inhalt nicht kennen. Wenn die Abschirmung durchbrochen wird, kann eine fortgesetzte Exposition zu Verbrennungen, Schäden an inneren Organen, Knochenmarkproblemen und einem erhöhten langfristigen Krebsrisiko führen. Der Fall weckt Erinnerungen an die Tragödie in Goiânia im Jahr 1987, als das gleiche Material nach unsachgemäßer Handhabung in Brasilien zu einer großflächigen Kontamination führte.
Die argentinischen Behörden sind weiterhin mobil, um die Kapsel zu bergen und die Umstände des Vorfalls zu untersuchen. Jegliche Information über den Verbleib des Materials ist unverzüglich an die nuklearen Sicherheits- und Kontrollstellen weiterzuleiten.
















