Schwangerer Finnwal tot auf Schiff der Royal Caribbean aufgefunden; Umweltschützer fordern Geschwindigkeitsreduzierung
Ein Schiff der Royal Caribbean International kam mit einem toten Finnwal, einer vom Aussterben bedrohten Art, am Bug in Alaska an. Der Vorfall, der sich am 19. Juni ereignete, veranlasste Umweltschützer, Druck auf das Unternehmen und die Behörden auszuüben, um eine obligatorische Reduzierung der Geschwindigkeit von Schiffen in Gebieten zu erreichen, in denen Wale leben.
Schockierende Entdeckung in Gewässern Alaskas
Der Fall kam ans Licht, als die Ovation of the Seas, eines der größten Schiffe der Royal Caribbean-Flotte, in Seward, Alaska, anlegte. Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA Fisheries Alaska) bestätigte, dass es sich bei dem Finnwal um ein 18,6 Meter großes Weibchen handelte und es zum Zeitpunkt des Todes schwanger war, eine Tatsache, die die Besorgnis der Naturschutzorganisationen verstärkte.
Das Tier wurde am Bug des Kreuzfahrtschiffes entdeckt, was bei Passagieren und der örtlichen Bevölkerung für Bestürzung sorgte. Die Kollision wirft dringende Fragen zur Sicherheit des Meereslebens in den Schifffahrtsrouten großer Schiffe auf.
Fordert neue Richtlinien zum Schutz des Meereslebens
Nach der schockierenden Entdeckung schickte das Zentrum für biologische Vielfalt am 24. Juni einen formellen Brief an Royal Caribbean. Die Organisation forderte das Unternehmen auf, sofort eine Geschwindigkeitsreduzierungsrichtlinie für seine Schiffe einzuführen und sie beim Durchqueren bekannter Wallebensräume auf 10 Knoten (ca. 18,5 km/h) oder weniger zu begrenzen.
Cooper Freeman, Direktor des Center for Biological Diversity in Alaska, zeigte sich empört über das, was passiert ist. Er betonte, dass der Verlust der Finnwalmutter und ihres Kalbes einen schweren Schlag für die Population der Art darstelle und forderte Royal Caribbean auf, Verantwortung zu übernehmen und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Vorfälle zu vermeiden.

Die Zerbrechlichkeit von Finnwalen und das Risiko von Kollisionen
Der Finnwal ist das zweitgrößte Tier auf dem Planeten und wird gemäß dem US-Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten als „gefährdet“ eingestuft. Darüber hinaus wurde seine Population gemäß dem Gesetz zum Schutz von Meeressäugetieren reduziert. Die Art kommt in allen Ozeanen vor und ist daher besonders anfällig für Kollisionen mit Schiffen auf verschiedenen Handels- und Freizeitrouten.
Laut NOAA gilt der Finnwal nach dem Nordatlantik-Glattwal als eine der Arten, die am anfälligsten für Kollisionen mit Schiffen sind. Obwohl beide Arten geschützt sind, gelten für den Nordatlantischen Glattwal beispielsweise zu bestimmten Zeiten im Jahr bereits strengere Geschwindigkeitsvorschriften in seinen kritischen Lebensräumen, was Umweltschützer angesichts des ähnlichen Risikos auf den Finnwal auszuweiten und umfassender anzuwenden versuchen. Diese Lücke in den Finnwal-spezifischen Vorschriften ist ein zentraler Druckpunkt von Organisationen.
Fortschritt der Untersuchung und Einzelheiten der Autopsie
Die NOAA meldete vorläufige Obduktionsergebnisse, die auf ein stumpfes Gewalttrauma am Kiefer, der Wirbelsäule und den Rippen des Wals hindeuteten. Diese Verletzungen deuten auf einen schweren Aufprall hin. Die offizielle Todesursache steht jedoch noch nicht fest, da die vollständige Analyse der gesammelten Proben mehrere Monate dauern könnte.
Es gibt Pläne, den Kadaver des Wals so schnell wie möglich ins Meer zu schleppen, damit er sinken und zum Meeresökosystem der Tiefsee beitragen kann, indem er mehreren Arten als Nahrung dient. Die Behörde beobachtet die Situation weiterhin und wird voraussichtlich nach Abschluss der Untersuchung weitere Einzelheiten veröffentlichen.
Die Reaktion von Royal Caribbean auf den Vorfall
In einer Erklärung gab Royal Caribbean zu, dass eines seiner Schiffe mit dem Wal kollidierte und drückte sein Bedauern über den Vorfall aus. Das Unternehmen erklärte, dass es etwaige Auswirkungen auf die Meeresökosysteme ernst nehme und den Vorfall unverzüglich den zuständigen Behörden gemeldet habe.
Das Unternehmen erklärte außerdem, dass es bei der Untersuchung uneingeschränkt mit der NOAA kooperiere und auf die vollständigen Ergebnisse der Autopsie warte. Royal Caribbean hat sich nicht öffentlich zur konkreten Forderung von Umweltschützern nach einer verpflichtenden Reduzierung der Schiffsgeschwindigkeit geäußert.
Dringlichkeit bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen
Der Brief des Zentrums für biologische Vielfalt betonte die Bedeutung einer obligatorischen Reduzierung der Schiffsgeschwindigkeit und stellte die Frage, ob die Schiffsbesatzung sich der Anwesenheit von Walen auf der Route bewusst war und wie hoch die genaue Geschwindigkeit des Schiffes zum Zeitpunkt des Aufpralls war.
Umweltschützer äußern ihre Frustration über die Langsamkeit von Regierung und Industrie, vernünftige Lösungen zur Vermeidung von Kollisionen zu übernehmen. Sie argumentieren, dass Royal Caribbean wie andere Kreuzfahrtlinien in der Lage sei, unabhängig von künftigen Bundesvorschriften sofort Maßnahmen zum Schutz der Wale zu ergreifen. Der Druck, präventive Maßnahmen zu einer betrieblichen Priorität zu machen, nimmt zu.
















