Schlechter Schlaf verringert die Lebenserwartung stärker als schlechte Ernährung und sitzende Lebensweise, heißt es in einer Studie
Die intensive Routine und die Anhäufung von Verpflichtungen bereiten vielen Menschen schlaflose Nächte. Dieses häufige Szenario kann jedoch schwerwiegendere Folgen als gedacht haben und sich direkt auf die Langlebigkeit auswirken. Kürzlich in den USA veröffentlichte Forschungsergebnisse haben ergeben, dass Schlafmangel einer der Faktoren ist, die am meisten zur Verringerung der Lebenserwartung beitragen und sogar den Einfluss einer unzureichenden Ernährung oder mangelnder körperlicher Bewegung übertreffen.
Details zur Studie, die die Bedeutung des Schlafes hervorhebt
Die Untersuchung wurde von Forschern der Oregon Health and Science University geleitet, die eine umfangreiche nationale Datenbank nutzten, um den Zusammenhang zwischen verschiedenen Gesundheitsgewohnheiten und der Lebenserwartung der Bevölkerung zu analysieren. Für die Analyse verglichen Experten die durchschnittliche Lebenserwartung in 3.143 amerikanischen Landkreisen mit Informationen zum Gesundheitsverhalten, die von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zwischen den Jahren 2019 und 2025 gesammelt wurden.
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Die Ergebnisse zeigten, dass unzureichender Schlaf, der bei Erwachsenen durch weniger als sieben Stunden Ruhe innerhalb von 24 Stunden gekennzeichnet ist, stark mit einer kürzeren Lebenserwartung verbunden ist. Von allen bewerteten Verhaltensweisen zeigte nur das Rauchen einen noch größeren Einfluss auf die Lebenserwartung der Menschen, was die Schwere des Problems verdeutlicht.
Die Forscher stellten fest, dass die negativen Auswirkungen von zu wenig Schlaf stärker ausgeprägt waren als die Auswirkungen von Ernährung, mangelnder körperlicher Aktivität und sogar Einsamkeit. Vânia D’Almeida, Professorin für Medizin an der Unifesp und Schlafforscherin, betont, dass die Ruhezeit entscheidend dafür ist, dass der Körper lebenswichtige Funktionen erfüllen kann. Sie betont, dass es „viele Belege dafür gibt, dass eine Zunahme von Krankheiten, darunter Krebs, immunologische Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Stoffwechselerkrankungen, aufgrund schlechter Schlafqualität vorliegt.“ Der Experte bekräftigt die Notwendigkeit, „die Erhaltung des Schlafes der Menschen als Gesundheitspolitik zu betrachten“, insbesondere in einer Gesellschaft, die Produktivität schätzt.
Es ist wichtig hervorzuheben, dass die Forschung zwar darauf hinweist, dass die Wirkung des Schlafs in bestimmten Aspekten der von Ernährung und körperlicher Aktivität überlegen ist, Experten jedoch warnen, dass diese drei Säulen miteinander verbunden sind. Eine gute Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung sind wesentliche Elemente für eine gute Schlafqualität.
Ist es möglich, schlaflose Nächte an anderen Tagen nachzuholen?
Eine weit verbreitete Meinung ist, dass es möglich ist, den unter der Woche verlorenen Schlaf „aufzuholen“, indem man am Wochenende mehr schläft. Diese als „sozialer Jetlag“ bekannte Angewohnheit ist jedoch nicht wirksam. Der wissenschaftliche Konsens besagt, dass die ideale Schlafmenge ein täglicher und kein wöchentlicher Bedarf ist.
Wie Vânia D’Almeida erklärt: „Es gibt kein Nachholen von Schlaf zu einem späteren Zeitpunkt. Wenn Sie mehr schlafen, kann Ihr Stoffwechsel nicht ausgleichen, was er Tage zuvor verloren hat.“ Ärztin Erika Treptow vom Schlafinstitut unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Themas und die Bedeutung der Überprüfung von Gewohnheiten und argumentiert, dass Schlaf als Problem der öffentlichen Gesundheit behandelt werden sollte. Treptow erwähnt: „Leider stellen wir in den letzten Jahren fest, dass wir zunehmend weniger schlafen. Arbeit, die schwierige Fortbewegung in den Städten, der Produktivitätsdruck … Von schlaflosen Nächten kann man sich nicht erholen, und das wird Folgen haben.“
Mehr als Quantität: Die Bedeutung der Schlafqualität für die Gesundheit
Selbst nach sieben Stunden Schlaf wachen viele Menschen mit dem Gefühl auf, nicht richtig ausgeruht zu sein. Dies liegt daran, dass erholsamer Schlaf nicht nur von der Dauer, sondern vor allem von seiner Qualität abhängt. Stundenlanges Liegen garantiert keine Erholung, wenn es zu ständigen Unterbrechungen kommt oder die Tiefschlafphasen nicht erreicht werden.

- Menge:Beachten Sie die für jede Altersgruppe empfohlene Schlafdauer.
- Qualität:Sorgen Sie für einen tiefen und kontinuierlichen Schlaf ohne häufiges Aufwachen. Dazu gehört, schwere Mahlzeiten am Abend zu meiden und bei Erkrankungen wie Apnoe ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
- Regelmäßigkeit:Halten Sie jeden Tag, auch am Wochenende, eine feste Schlafens- und Aufstehzeit ein.
Effektive Strategien zur Verbesserung Ihrer Schlafqualität
- Achten Sie auf regelmäßige Schlafens- und Aufstehzeiten.
- Vermeiden Sie die Nutzung elektronischer Geräte vor dem Schlafengehen.
- Behalten Sie eine konsistente und entspannende Nachtroutine bei.
- Reduzieren Sie die Belastung durch künstliches Licht in der Nacht.
- Vermeiden Sie schwere Mahlzeiten oder Mahlzeiten zu kurz vor dem Schlafengehen.
- Üben Sie regelmäßig körperliche Aktivität, aber nicht zu kurz vor der Ruhezeit.














