Familie schirmt Michael Schumacher nach Skiunfall in Gland ab
Michael Schumacher lebt am 7. September 2026 weiterhin unter strenger medizinischer Betreuung auf seinem Schweizer Anwesen in Gland, genau zwölf Jahre und acht Monate nach seinem folgenschweren Skiunfall in den französischen Alpen. Die Angehörigen schirmen den Rekordweltmeister seit dem Schädel-Hirn-Trauma im Dezember 2013 von der Außenwelt ab und gewähren lediglich ausgewähltem Pflegepersonal sowie engsten Verwandten Zutritt zum Wohnhaus.
Die eigens eingerichtete Station auf dem weitläufigen Grundstück am Genfersee verfügt über moderne intensivmedizinische Apparaturen für neurologische Therapien und tägliche physiotherapeutische Übungen. Sämtliche Ärzte, Pfleger und Therapeuten unterzeichnen strenge Geheimhaltungsverträge, die bei Weitergabe vertraulicher Gesundheitsdaten hohe Konventionalstrafen vorsehen. Seine Ehefrau Corinna Schumacher verwaltet das Vermögen und trifft seit den Notoperationen in Frankreich alle rechtlichen Entscheidungen für den früheren Rennfahrer.
Das Schweigen bleibt bestehen.
Auskünfte über die Verfassung des einstigen Ferrari-Piloten gelangen ausschließlich über autorisierte Weggefährten an die Öffentlichkeit. Der ehemalige Teamchef Jean Todt besucht das Anwesen bis zu dreimal im Monat, um Zeit mit dem Deutschen zu verbringen. Bei diesen Treffen verfolgen beide gemeinsame Motorsportübertragungen am Bildschirm, wobei Todt in Interviews keine Einzelheiten über motorische Fähigkeiten preisgibt.
Der Franzose betonte in früheren Stellungnahmen lediglich, dass Schumacher weiter um sein Leben kämpfe, sich jedoch stark von jener Person unterscheide, die die Rennstrecken einst dominierte. Das Sicherheitspersonal nimmt Besuchern an der Pforte alle Mobiltelefone und Kameras ab, um unerwünschte Bild- oder Tonaufnahmen zu verhindern.
Notoperationen folgten auf den schweren Sturz in Méribel
Das Leben des Sportlers veränderte sich am 29. Dezember 2013 im Skigebiet von Méribel in den französischen Alpen schlagartig. Schumacher fuhr zusammen mit seinem damals 14-jährigen Sohn Mick Schumacher abseits der markierten Pisten zwischen La Biche und Mauduit. Im tiefen Neuschnee verlor der Champion über felsigem Untergrund die Kontrolle und schlug mit dem Kopf ungebremst auf einen Stein auf.
Die Wucht des Aufpralls spaltete den Skihelm vollständig in zwei Hälften. Rettungskräfte flogen den Verletzten per Hubschrauber in das Universitätsklinikum Grenoble, wo die Chirurgen schwere Hirnblutungen und ausgedehnte Hämatome diagnostizierten und zwei Notoperationen zur Senkung des Hirndrucks vornahmen.
Die behandelnden Ärzte versetzten den Rennfahrer auf der Intensivstation für sechs Monate in ein künstliches Koma unter permanenter Kühlung. Im Januar 2014 leiteten die Mediziner die Aufwachphase ein, ehe Sprecherin Sabine Kehm am 16. Juni 2014 das Ende des Komas und die Verlegung in das Universitätsspital Lausanne bekanntgab.
In Lausanne trainierten Therapeuten knapp drei Monate lang grundlegende motorische Reaktionen. Am 9. September 2014 verlegte die Familie den Patienten schließlich zur weiteren Rehabilitation nach Gland.
Pariser Mediziner setzten auf experimentelle Stammzellentherapie
Auf der Suche nach neuen Therapiemöglichkeiten konsultierten die Angehörigen Spezialisten der regenerativen Medizin. Im September 2019 reiste Schumacher in das Pariser Hôpital Européen Georges-Pompidou, wo der Kardiologe Philippe Menasché eine experimentelle Zelltherapie durchführte. Das Ärzteteam verabreichte intravenöse Infusionen von Stammzellen zur Bekämpfung systemischer Entzündungsprozesse im Gewebe.
Mehr erfahren: Gland schirmt Michael Schumacher seit zwölf Jahren strikt ab
Menasché wies darauf hin, dass es sich um Gefäßtherapien handelte und warnte vor überzogenen Hoffnungen auf Gehirnreparaturen. Nach wenigen Tagen kehrte der Deutsche an den Genfersee zurück.
Für die Wintermonate ließ die Familie ein Anwesen auf Mallorca umbauen, das sie zuvor vom Präsidenten von Real Madrid erworben hatte.
Angehörige verteidigen die Privatsphäre gegen Erpressungsversuche
In einem 2021 veröffentlichten Dokumentarfilm schilderte Corinna Schumacher das gemeinsame Familienleben und die täglichen Therapien. Sie erklärte, dass Michael sein Privatleben stets verteidigt habe und die Familie diese Grenze nun für ihn aufrechterhalte.
Das Sicherheitskonzept wehrte wiederholt Versuche krimineller Einflussnahme und Diebstähle ab. Im Juni 2014 stahl ein Mitarbeiter eines Schweizer Rettungsflugunternehmens vertrauliche Krankenakten aus Grenoble, woraufhin die Polizei den Verdächtigen festnahm, der sich kurz darauf in einer Zürcher Gefängniszelle das Leben nahm. Deutsche Ermittler nahmen 2024 drei Personen fest, die von der Familie 15 Millionen Euro für gestohlene Privatfotos forderten.
Ein früherer Sicherheitsmann hatte die Festplatten entwendet und die Täter vor das Landgericht Wuppertal gebracht.
Debüt in Spa leitete den rasanten Aufstieg in die Königsklasse ein
Schumachers Laufbahn in der Formel 1 begann am 25. August 1991 beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps. Das Team Jordan Grand Prix verpflichtete den 22-jährigen Neuling als Ersatz für Bertrand Gachot, der nach einem Zwischenfall in London inhaftiert war. Im Jordan 191 mit Ford-Motor qualifizierte sich der Deutsche sensationell für den siebten Startplatz und ließ seinen Teamkollegen Andrea de Cesaris hinter sich.
Ein Kupplungsschaden beendete das Rennen bereits kurz nach der ersten Kurve Eau Rouge. Benetton-Teamchef Flavio Briatore entließ daraufhin umgehend Roberto Pupo Moreno und verpflichtete das Talent für den Großen Preis von Italien in Monza.
Schumacher holte als Fünfter sofort WM-Punkte vor Nelson Piquet.
Am 22. März 1992 stand der Kerpener in Mexiko als Dritter hinter Nigel Mansell und Riccardo Patrese erstmals auf dem Siegerpodest. Den ersten Grand-Prix-Sieg feierte er genau ein Jahr nach seinem Einstand am 30. August 1992 bei Regen in Spa-Francorchamps.
Er beendete die Saison 1992 mit 53 Punkten auf dem dritten Gesamtrang vor McLaren-Pilot Ayrton Senna, der 50 Punkte holte.
Erste Weltmeisterschaften brachten Triumphe und harte Rivalitäten
Im Jahr 1994 stieg der Benetton-Fahrer endgültig zur bestimmenden Kraft im internationalen Motorsport auf. Nach dem Unfalltod von Ayrton Senna am 1. Mai 1994 in Imola dominierte Schumacher im Benetton B194 die erste Saisonhälfte mit sechs Siegen in sieben Rennen gegen Damon Hill im Williams-Renault.
Disqualifikationen in Silverstone und Spa brachten zusätzliche Härte in den Titelkampf. Am 13. November 1994 kollidierte Schumacher im australischen Adelaide in Runde 36 mit Hill, wodurch beide Piloten ausschieden und der Kerpener mit einem Punkt Vorsprung erster deutscher Formel-1-Weltmeister wurde. Die Titelentscheidung löste weltweite Kontroversen aus.
Mit Renault-V10-Motoren dominierte Benetton die folgende Saison 1995. Neun Siege in 17 Läufen sicherten Schumacher im japanischen Aida vorzeitig den zweiten WM-Titel.
Wechsel nach Maranello leitete den grundlegenden Umbau ein
Schumacher unterschrieb für die Saison 1996 bei Ferrari, nachdem die Scuderia seit Jody Scheckter 1979 keinen Fahrertitel mehr gewonnen hatte. Konzernchef Luca di Montezemolo stattete den Neuzugang mit weitreichenden Vollmachten aus, woraufhin Technikchef Ross Brawn und Designer Rory Byrne ebenfalls von Benetton nach Italien wechselten. Rennleiter Jean Todt formte die Mannschaft schrittweise um.

Der Ferrari F310 litt unter Defekten, doch am 2. Juni 1996 fuhr Schumacher im strömenden Regen von Barcelona 45 Sekunden Vorsprung heraus. Es war sein erster Sieg im roten Wagen.
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Der Titelkampf 1997 spitzte sich beim Saisonfinale in Jerez de la Frontera zwischen Schumacher und Jacques Villeneuve zu. In der 48. Runde rammte der Deutsche den herannahenden Williams in der Dry-Sack-Kurve und strandete im Kiesbett, während Villeneuve als Dritter den Titel holte. Der Automobilweltverband FIA strich Schumacher daraufhin wegen unsportlichen Verhaltens den Vizemeistertitel aus den Wertungslisten.
Seine Siege und Pole-Positions behielten in den offiziellen Archiven Gültigkeit.
Duelle gegen Mika Häkkinen beendeten die lange Durststrecke
In den Jahren 1998 und 1999 forderte Adrian Neweys McLaren-Mercedes die Scuderia heraus. Schumacher lieferte sich ein intensives Duell mit Mika Häkkinen, siegte sechsmal und verlor den Titel 1998 erst beim Finale in Suzuka durch einen Reifenschaden in Runde 31. Beide Piloten pflegten einen von hohem gegenseitigem Respekt geprägten Umgang.
Am 11. Juli 1999 erlitt Schumacher in Silverstone bei 107 Kilometern pro Stunde einen Bremsversagen-Einschlag in die Reifenstapel der Stowe-Kurve. Ein Schien- und Wadenbeinbruch zwang ihn zu sechs Rennen Pause.
Er kehrte in Malaysia mit einer überlegenen Pole-Position zurück.
Am 8. Oktober 2000 erlöste Schumacher die Tifosi nach 21 Jahren Wartezeit mit dem Titelgewinn in Suzuka. Neun Siege im F1-2000 brachten den entscheidenden Triumph über Häkkinen. Er jubelte im Cockpit mit Schlägen in die Luft.
Serie historischer Erfolge sicherte die Rekordmarken
Zwischen 2001 und 2004 stellte das Team aus Maranello historische Bestmarken auf. Schumacher holte den Titel 2001 mit 123 Punkten souverän vor David Coulthard mit 65 Zählern und überbot in Spa mit seinem 52. Sieg die Bestmarke von Alain Prost.
Im Jahr 2002 stand Schumacher in allen 17 Rennen auf dem Podium. Elf Siege im überlegenen F2002 brachten am 21. Juli 2002 in Magny-Cours den Titelgewinn mit sechs Rennen Reserve. Damit egalisierte er die fünf Weltmeisterschaften von Juan Manuel Fangio.
Den sechsten Titel erkämpfte der Deutsche 2003 im Duell gegen Kimi Räikkönen und Juan Pablo Montoya. Ein achter Platz in Suzuka reichte für zwei Punkte Vorsprung.
Im F2004 gewann Schumacher 2004 insgesamt 13 von 18 Grands Prix, darunter sieben Auftaktsiege in Serie. Am 29. August 2004 fixierte er in Spa den siebten Gesamtsieg mit 148 Punkten vor Teamkollege Rubens Barrichello mit 114 Zählern.
Zahlen und Rekorde markieren die sportliche Bilanz
- Gewonnene Weltmeisterschaften: 7 (1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003 und 2004).
- Bestrittene Formel-1-Rennen: 308 Starts zwischen 1991 und 2012.
- Erreichte Grand-Prix-Siege: 91 Erfolge bei Weltmeisterschaftsläufen.
- Herausgefahrene Pole-Positions: 68 erste Startplätze.
- Erzielte Podiumsplatzierungen: 155 Ränge unter den ersten drei Fahrern.
- Gefahrene schnellste Rennrunden: 77 beste Rundenzeiten.
- Eingefahrene WM-Punkte: 1.566 offizielle Zähler im Klassement der FIA.
Spanischer Rivale beendete die Dominanz vor dem ersten Abschied
Neue Reifenregeln ohne Wechsel während des Rennens bremsten Ferrari 2005 aus. Fernando Alonso holte den Titel im Renault, während Schumacher lediglich den von Bridgestone-Teams bestrittenen Lauf in Indianapolis gewann.
Nach der Wiedereinführung der Reifenwechsel und dem Wechsel auf 2,4-Liter-V8-Motoren kämpfte Ferrari 2006 erneut an der Spitze. Schumacher gab am 10. September 2006 nach seinem Sieg in Monza vor zehntausenden Zuschauern das Ende seiner Laufbahn bekannt. Der Titel ging nach Motorschaden in Japan dennoch an Alonso.
Am 22. Oktober 2006 fuhr Schumacher in Interlagos nach einem Reifenschaden vom letzten Platz auf Rang vier vor.
Comeback bei den Silberpfeilen schuf Grundlagen für spätere Siege
Von 2007 bis 2009 arbeitete der Deutsche als Berater und Testfahrer für Ferrari. Ein geplanter Einsatz als Ersatzmann für Felipe Massa nach dessen Ungarn-Unfall 2009 scheiterte an den Folgen eines Motorradsturzes in Cartagena. Die Nackenschmerzen machten Starts in Rennwagen unmöglich.
Ross Brawn überzeugte den Champion 2010 zur Rückkehr als Werksfahrer für Mercedes neben Nico Rosberg. Der 41-jährige Rückkehrer unterschrieb für drei Spielzeiten.
In Monaco 2012 fuhr Schumacher die schnellste Trainingszeit, verlor die Pole jedoch durch eine Strafe aus Barcelona. Am 24. Juni 2012 stand er in Valencia als Dritter zum letzten Mal auf dem Podium. Das Abschiedsrennen bestritt er am 25. November 2012 in Brasilien auf Rang sieben, während Jenson Button siegte.
Lewis Hamilton übernahm zur Saison 2013 das fertig entwickelte Mercedes-Cockpit.
Nächste Generation führt die Rennsporttradition auf der Piste fort
Sohn Mick Schumacher stieg unter dem Geburtsnamen seiner Mutter als Mick Betsch in den Motorsport ein. Nach Titeln in der europäischen Formel 3 im Jahr 2018 und der Formel 2 im Jahr 2020 stieg er in die Formel 1 auf. Er fuhr zwei Jahre für Haas und holte in Silverstone 2022 gegen Max Verstappen seine ersten Punkte.
Nach Stationen als Mercedes-Ersatzfahrer wechselte Mick in die Langstrecken-Weltmeisterschaft zu Alpine. Seine Schwester Gina-Maria Schumacher errang mehrere Goldmedaillen im Reitsport bei der FEI.
Die Rennhistorie des Vaters wird in Ausstellungen am Nürburgring und in der Motorworld Köln gepflegt, wo die legendären Rennwagen ausgestellt sind.
Dort stehen der Jordan 191, der Benetton B194 und die Meisterautos aus Maranello.
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