Labour-Chef Keir Starmer tritt zurück und sorgt dafür, dass Großbritannien innerhalb von sieben Jahren den sechsten Premierminister stellt
Das Vereinigte Königreich bereitet sich mit dem Rücktritt von Keir Starmer als Premierminister auf einen neuen Machtwechsel vor. Der Abgang des Labour-Politikers, der voraussichtlich in den kommenden Wochen erfolgen wird, wird den Weg für den sechsten Regierungschef des Landes in nur sieben Jahren ebnen, einer Zeit bemerkenswerter Instabilität. Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, gilt als wahrscheinlichster Nachfolger des mittlerweile unbeliebten Starmer.
In einer am Morgen des 22. Juni 2026 vor der Downing Street Nr. 10 in London abgegebenen Erklärung formalisierte Starmer seine Abreise. Er wird nach weniger als zwei Jahren zurücktreten, in einer Amtszeit, die von abrupten politischen Veränderungen und wachsender öffentlicher Missbilligung geprägt ist.
- Rücktritt bestätigt:Keir Starmer gab seine Entscheidung bekannt, auf Druck von Parlamentariern seiner eigenen Partei zurückzutreten, was ihn zum siebten britischen Premierminister innerhalb eines Jahrzehnts machte.
- Name für die Nachfolge:Andy Burnham, ehemaliger Bürgermeister von Greater Manchester, wurde bereits als Abgeordneter vereidigt und gilt als Favorit für die Nachfolge von Starmer. Wes Streeting, ehemaliger Gesundheitsminister und weiterer möglicher Kandidat, erklärte seine Unterstützung für Burnham und schloss seine eigene Kandidatur aus.
- Turbulentes politisches Panorama:Starmers Rücktritt erfolgt nur zwei Jahre, nachdem die Mitte-Links-Labour-Partei einen Erdrutschsieg im Parlament errungen hat. Das Ereignis findet fast zehn Jahre nach dem Referendum statt, das den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union beschloss, einer Zeit, die das Land in anhaltende politische Instabilität stürzte.
Analyse: Die Faktoren, die Keir Starmers Abgang nach dem Erdrutschsieg auslösten
Vor weniger als zwei Jahren führte der britische Premierminister Keir Starmer die Labour Party zu ihrer größten parlamentarischen Mehrheit des Jahrhunderts und fügte den Konservativen ihre schlimmste Niederlage aller Zeiten zu. Die Desillusionierung der britischen Öffentlichkeit gegenüber Starmer zeigte sich jedoch fast unmittelbar nach der Wahl.
Obwohl er monatelange Widrigkeiten überstanden hatte, wurde der Druck, seinen Rücktritt zu erzwingen, unhaltbar. Starmer beendet seine Amtszeit als unbeliebtester Premierminister in der britischen Geschichte.
Allerdings herrscht im Vereinigten Königreich Unverständnis darüber, wie schnell sich die Situation verschlechtert hat. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern war Starmer weder in unpopuläre Kriege im Ausland verwickelt, noch versäumte er es, Pandemien zu bewältigen oder einen wirtschaftlichen Zusammenbruch herbeizuführen.
Seine Fehler waren eher routinemäßig: eine Initiative zur Erhöhung des Beitrags reicherer Rentner zur Heizung ihrer Häuser, ein Plan zur Kürzung der Leistungen für Menschen mit Behinderungen, die Annahme von Vergünstigungen und in den letzten Monaten ein Skandal um die Ernennung von Peter Mandelson, einem mit Jeffrey Epstein verbundenen Politiker, zum britischen Botschafter in Washington.
Politische Fehler allein erschöpfen die Erklärungen für Starmers Sturz nicht. Es gibt zwei weitere wichtige Faktoren. Der erste liegt in seinem politischen Erbe.
Als Starmer sein Amt antrat, war Großbritannien vom zehnjährigen Sparkurs der Konservativen erschöpft. Dieses Kostensenkungsprogramm, das darauf abzielte, die Schulden zu reduzieren und die Erholung nach der Finanzkrise nach 2008 zu unterstützen, scheiterte in beiden Punkten, was zu einer exponentiell höheren Verschuldung und einem schwächeren Wirtschaftswachstum führte.
Der zweite Grund für Starmers Untergang ist eher persönlicher Natur. Es gelang ihm nicht, eine klare und leicht verständliche politische Philosophie zu formulieren. Ohne eine zusammenhängende Erzählung, die ihr Regierungsprojekt vereinheitlichte, wirkten viele Entscheidungen der Labour Party willkürlich. Starmer scheiterte zum Teil daran, dass sich der „Starmerismus“ nie als Ideologie durchsetzte.
















