Forscher weisen extrem viel Methanol im Kometen 3I/ATLAS nach

Cometa 3I Atlas - DivulgaçãoCometa 3I Atlas - Divulgação

Cometa 3I Atlas - Divulgação

Messungen des Radioteleskops Atacama Large Millimeter/submillimeter Array in Chile belegen eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Methanol im interstellaren Kometen 3I/ATLAS. Die Daten des National Radio Astronomy Observatory der Vereinigten Staaten weisen Konzentrationen aus, welche die Werte fast aller bekannten Himmelskörper unseres Sonnensystems übertreffen.

Nathan Roth, Professor an der American University und Leiter der Untersuchung, bezeichnete die Beobachtung von 3I/ATLAS als Fingerabdruck eines fremden Planetensystems, da der Himmelskörper im Gegensatz zu Kometen unserer Region mit Methanol förmlich überläuft.

Radioteleskope in Chile registrieren chemische Signaturen

Wissenschaftler erfassten die Flugbahn des Himmelskörpers zur Sonne im späten Jahr 2025 mit dem Atacama Compact Array in Chile, wobei die Erwärmung der gefrorenen Schichten riesige Mengen an Staub sowie flüchtigen Gasen freisetzte und eine weithin sichtbare Koma formte. Die Detektoren analysierten die chemischen Signaturen innerhalb dieses Schweifs präzise. Die Datenanalyse glückte.

Die Messungen erlaubten die direkte chemische Erkundung fremder Sternensysteme ohne den Einsatz interstellarer Raumfahrt.

  • Methanol erreichte im Verhältnis zu Cyanwasserstoff Werte von 70 bei der ersten Messung.
  • Eine zweite Erfassung registrierte ein Verhältnis von 120 zwischen den beiden Molekülen.

Die registrierten Kennzahlen platzieren 3I/ATLAS unter den reichhaltigsten jemals dokumentierten Alkoholträgern im Weltall. Diese Molekülsignaturen liefern klare Einblicke in fremde Welten.

Spektren belegen extreme Umweltbedingungen im Ursprungssystem

Frühere Beobachtungen mit dem James Webb Space Telescope wiesen bereits Kohlendioxid nach, als sich der Körper noch weit entfernt von der solaren Einstrahlung befand. Das ALMA erweitert diese Datenbasis nun um die Alkoholemissionen. Die Messwerte ergänzen das chemische Gesamtbild.

Die hohe optische Auflösung der Anlage in der chilenischen Wüste trennte die Entweichungswege beider Stoffe räumlich voneinander.

Cyanwasserstoff strömt direkt aus dem festen Kern des Kometen ins All. Dagegen gast Methanol sowohl aus dem Zentrum als auch aus abgelösten Eisstücken ab.

Eisbrocken verdampfen während des Vorbeiflugs an der Sonne

Diese freigesetzten Eisfragmente kreisen wie Miniaturkometen um den Hauptkörper von 3I/ATLAS. Mit steigender Sonnenwärme sublimiert das feste Material und speist weiteres Gas in die Koma ein. Solche physikalischen Verdampfungsprozesse sah man bislang nie an interstellarer Materie.

Der Komet markiert nach 1I/’Oumuamua und 2I/Borisov das erst dritte bestätigte Objekt aus dem interstellaren Raum.

Die Messdaten gestatten den direkten Vergleich zwischen der Chemie unseres Sonnensystems und fernen Sternensystemen. Weitere Auswertungen laufen an.

Luís Henrique Costa: Luís Henrique Costa é jornalista formado pela FMU, editor-chefe e fundador do Mix Vale, portal de notícias em atividade desde 2013. Responde pela direção editorial do veículo, que cobre Brasil e mundo em economia, benefícios sociais, esportes, tecnologia, ciência e entretenimento. Atua na área há mais de 15 anos e lidera uma equipe de cerca de 15 colaboradores.