Erfahren Sie, wie Sie körperliche Aktivität und körperliche Bewegung unterscheiden können und welche Bedeutung sie für Ihre Gesundheit im Alltag haben
Obwohl die Begriffe „körperliche Aktivität“ und „körperliche Bewegung“ häufig als austauschbare Begriffe verwendet werden, weisen sie wichtige Unterschiede auf. Einfache Alltagshandlungen wie das Aufstehen, die Interaktion mit einem Haustier oder die Hausarbeit veranschaulichen körperliche Aktivität, stellen jedoch keine strukturierte Übung dar. Es ist wichtig, diese Trennung zu verstehen.
Professorin Danielle Arisa Caranti vom Institut für Gesundheit und Gesellschaft der Bundesuniversität São Paulo (ISS/Unifesp) stellt klar, dass körperliche Aktivität jede Bewegung umfasst, die von der Skelettmuskulatur erzeugt wird und einen höheren Energieverbrauch als im Ruhezustand erfordert. Im Gegensatz dazu ist körperliche Bewegung dadurch gekennzeichnet, dass es sich um eine Form der körperlichen Aktivität mit spezifischer Planung handelt, die eine definierte Intensität, Häufigkeit, Lautstärke und Dauer mit dem Ziel umfasst, die körperliche Fitness zu verbessern oder zu erhalten.
Obwohl also jede körperliche Betätigung grundsätzlich eine körperliche Aktivität ist, trifft das Gegenteil nicht zu. Alltagsaufgaben wie Treppensteigen, Einkaufen oder Hausarbeit werden als körperliche Aktivitäten eingestuft. Körperliche Bewegung wiederum beinhaltet absichtliche und programmierte Aktionen, wie zum Beispiel Krafttrainingseinheiten, Lauf- oder Schwimmkurse.

Die Bedeutung beider Praktiken für die allgemeine Gesundheit des Körpers
Laut Caranti liegt die Bedeutung sowohl von Aktivität als auch körperlicher Bewegung darin, einen aktiven Lebensstil aufrechtzuerhalten, zu einer günstigen Energiebilanz beizutragen, das Körpergewicht zu kontrollieren und die körperliche Fitness zu optimieren.
Der Experte betont, dass epidemiologische Studien in den letzten zwanzig Jahren den eindeutigen Zusammenhang zwischen mangelnder körperlicher Aktivität und der Zunahme mehrerer Risikofaktoren im Zusammenhang mit Fettleibigkeit und dem metabolischen Syndrom hervorgehoben haben.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass regelmäßige körperliche Aktivität eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung chronischer nichtübertragbarer Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedenen Krebsarten spielt. Darüber hinaus wirkt es sich positiv auf die psychische Gesundheit aus und lindert die Manifestationen von Angstzuständen und Depressionen.
Sport beseitigt nicht die Auswirkungen von sitzendem Verhalten
Das Konzept des sitzenden Verhaltens bezieht sich auf den Zeitraum, in dem der Körper wenig Energie verbraucht, im Allgemeinen in Positionen wie Sitzen oder Liegen.
Professor Caranti zeigt, dass solche Aktivitäten normalerweise vor elektronischen Geräten wie Computern, Fernsehern, Mobiltelefonen und Tablets stattfinden. Dazu gehört auch die Zeit, die man im Sitzen verbringt, wenn man in Fahrzeugen oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist oder handwerkliche Tätigkeiten sowie Karten- und Brettspiele ausführt.
Es ist möglich, dass Personen, die häufig Sport treiben, dennoch ein sitzendes Verhalten zeigen. Jemand, der beispielsweise eine Stunde am Tag dem Fitnessstudio widmet, den Rest des Tages aber inaktiv verbringt, zeichnet sich durch eine sitzende Lebensweise aus.
Caranti betont, dass die Ausübung körperlicher Aktivitäten nicht ausreicht, um die negativen Auswirkungen einer längeren sitzenden Tätigkeit vollständig zu beseitigen. Daher ist es neben der Integration körperlicher Betätigung in den Alltag und der Steigerung der allgemeinen körperlichen Aktivität ebenso wichtig, die Zeit, die man im Sitzen verbringt, zu reduzieren.
Strategien zur Reduzierung der Zeit, die mit sitzendem Verhalten verbracht wird
Der Professor erwähnt den Leitfaden für körperliche Aktivität für die brasilianische Bevölkerung, eine Veröffentlichung des Gesundheitsministeriums, als wertvolle Ressource zur Förderung gesünderer Gewohnheiten und zur Eindämmung von Bewegungsmangel. Sie schlägt auch einige Taktiken vor, um die tägliche Bewegung zu steigern:
- Begrenzen Sie die Zeit, die Sie damit verbringen, vor dem Fernseher zu sitzen oder zu liegen oder elektronische Geräte zu benutzen.
- Führen Sie jede Stunde der Inaktivität kurze Bewegungen aus, die mindestens 5 Minuten dauern, z. B. beim Wechseln der Körperhaltung, beim Aufstehen, beim Gang zur Toilette oder beim Dehnen des Körpers.
- Erweitern Sie Ihre Reisedistanz, indem Sie beispielsweise kurze Strecken zu Fuß zurücklegen.
- Priorisieren Sie Formen der Outdoor-Freizeit, die Bewegung fördern.
















