Forscher entschlüsseln mithilfe von KI alte Herculaneum-Schriftrollen, die durch den Ausbruch des Vesuvs verkohlt wurden
Wissenschaftler haben einen historischen Meilenstein erreicht, indem sie einen wesentlichen Teil einer alten Schriftrolle lesen konnten, die nach dem Ausbruch des Vesuvs fast zwei Jahrtausende lang zerstört und unlesbar blieb. Die Entdeckung, die durch fortschrittliche Methoden des maschinellen Lernens vorangetrieben wird, verspricht, neue Türen zu öffnen, um die in historischen Dokumenten gespeicherten Geheimnisse zu lüften.
Das Kunststück stellt einen bedeutenden Fortschritt dar, da die verkohlten Manuskripte, die in der römischen Stadt Herculaneum gefunden wurden, äußerst zerbrechlich sind und bei Berührung zerfallen. Die neue Technik ermöglichte das Lesen eines 1,5 Meter langen Textabschnitts, ohne dass das Artefakt abgewickelt oder beschädigt werden musste.
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Die Kraft der künstlichen Intelligenz bei der Vesuvius Challenge
Möglich wurde das Kunststück durch den Einsatz maschineller Lernmethoden, einer Form künstlicher Intelligenz, die es Computern ermöglicht, aus Daten zu lernen. Dieser technologische Fortschritt steht im Mittelpunkt der „Vesuvius Challenge“, einer globalen Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Inhalt der alten Schriftrollen zu entschlüsseln.
Der innovative KI-Ansatz ermöglichte es Forschern, das Innere von Schriftrollen zu betrachten, ohne sie physisch zu berühren. Mithilfe von Scantechniken und komplexen Algorithmen identifizierte die Technologie die winzigen Unterschiede in Dichte und Textur, die durch die Tinte auf den Papyri verursacht werden, und machte den Text in einer virtuellen Umgebung sichtbar.

Historische Herausforderungen beim Versuch, die Artefakte zu lesen
Die Herculaneum-Schriftrollen, die beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. unter heißen Steinen, Asche und Lava vergraben waren, sind seit ihrer Entdeckung im Jahr 1752 ein Rätsel für Gelehrte. Ihre verkohlte und spröde Beschaffenheit hat den Zugang zu ihnen nahezu unmöglich gemacht.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden mehrere Versuche unternommen, sie zu entschlüsseln, allerdings mit katastrophalen Folgen. Zu den in der Vergangenheit verwendeten Methoden gehören:
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- Öffnen und schaben Sie jedes Stück mit Messern ab.
- Einspritzen von Quecksilber zwischen die Schichten, um sie zu trennen.
- Eintauchen in Mischungen aus Gelatine und Essigsäure, um das Material weicher zu machen.
Diese Bemühungen führten leider zur Zerstörung oder dauerhaften Unleserlichkeit vieler wertvoller Dokumente. Die extreme Zerbrechlichkeit des Materials war schon immer das größte Hindernis, da die Pergamente bei der geringsten Berührung auseinanderfielen.
Offenbarungen von in Pherc entschlüsselten Auszügen. 1667
Durch den Einsatz neuer Technologie wurde eine virtuelle Visualisierung einer der Schriftrollen, bekannt als Pherc. 1667 erlaubte es bereits das Lesen von etwa 20 Textspalten. Dieser 1,5 Meter lange Textauszug ist ein Beispiel für das umfangreiche Wissen, das in diesen Dokumenten enthalten sein kann.
Die Fähigkeit, diese Fragmente zu lesen, ohne Schaden anzurichten, bietet einen beispiellosen Einblick in die Literatur und Philosophie der Römerzeit. Forscher hoffen nun, dass diese Technik in großem Maßstab angewendet werden kann, um den gesamten Inhalt der Herculaneum-Sammlung freizulegen.
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Das Potenzial für neue Entdeckungen in der Papyrusbibliothek
Die Papyrusbibliothek von Herculaneum, eine der wenigen erhaltenen antiken römischen Bibliotheken, verfügt über Hunderte anderer unentschlüsselter Schriftrollen. Die meisten von ihnen befinden sich in einem ähnlichen Zustand wie Pherc. 1667, völlig verkohlt und gilt als unzugänglich.
Die Technik des maschinellen Lernens bringt neue Hoffnung in das Studium der antiken Geschichte und lässt vermuten, dass bald noch viele weitere Texte gelesen werden könnten. Jedes neu offenbarte Wort kann unser Verständnis der römischen Welt, ihrer Ideen und Denker neu definieren oder ergänzen und Stimmen ans Licht bringen, die über Jahrtausende zum Schweigen gebracht wurden.
















